INTEGRATION 11.12.2013

Mehrsprachigkeit statt Separatismus

© zVg.
„Die Parallelgesellschaft existiert heutzutage im Lehrerzimmer, dort gibt es kaum Migranten“, sagte der bekannte deutsche Autor und Migrationsforscher Mark Terkessidis letzte Woche bei der Konferenz „Sprachen AIRleben 2013“ in Graz.


Terkessidis sagte auch, dass sich die Integrationspolitik in Westeuropa seit Jahrzehnten nur mit Defiziten beschäftigt: „Es sind nur Sprachdefizite, patriarchale Strukturen und Parallelgesellschaften, die uns beschäftigen“, kritisierte Terkessidis und fügte hinzu, dass Migrantenkinder in der Schule tagtäglich „mit ihrer Herkunft belästigt werden“. Der deutsche Migrationsforscher plädierte stattdessen für einen offenen Zugang mit dem Thema Mehrsprachigkeit in der Schule und Parallelunterricht in mehreren Sprachen: „Sonderklassen zum Sprachlernen sind eine separatistische Politik“, so Terkessidis.

170 Bildungsexperten

Die Konferenz „Sprachen AIRleben 2013“ hatte zum Ziel, eine Bestandsaufnahme des Sprachunterrichts an österreichischen Schulen durchzuführen und seine Perspektiven für die nächsten fünf Jahren zu skizzieren. Organisiert wurde die zweitägige Veranstaltung vom österreichischen Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur, dem Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung und dem Österreichischen Sprachenkompetenzzentrum zusammen mit weiteren Partnern. An der Konferenz nahmen rund 170 Experten aus der Wissenschaft, Lehre und Praxis teil. Im Fokus der Konferenz stand der Umgang mit Mehrsprachigkeit im österreichischen Bildungssystem und der Gesellschaft überhaupt.

Bedeutung zweisprachiger Medien

Neben einem Plenarteil, an dem sich namhafte Sprachforscher wie Rita Franceschini von der Freien Universität Bozen oder Hans-Jürgen Krumm beteiligten, engagierten sich die Konferenzteilnehmer an vier Sub-Konferenzen. KOSMO-Chefredakteur Nedad Memić war Gast einer Podiumsdiskussion im Rahmen der Sub-Konferenz über das informelle und subformale Sprachlernen. „Es war mir wichtig zu betonen, welche Rolle muttersprachliche oder zweisprachige Medien wie KOSMO bei der Förderung der Mehrsprachigkeit in Österreich spielen“, sagte Memić.

KOSMO-Redaktion

Aktuelle Ausgabe

Aktuelle Ausgabe als PDF zum Nachlesen

COVER STORY:
Österreichs Beschützer
INTERVIEW:
Rap-Legende Juice
REPORTAGE:
Teure Geburstage

Zusendung

Lassen Sie sich KOSMO bequem nach Hause zusenden! Versandkostenbeitrag nur 11,- EUR (10 Ausgaben).
Zum Bestellformular

Facebook