SZENE 08.10.2013

Maki: Der König von Ottakring

© KOSMO / Radule Božinović
Wer ihn nicht kennt, ist wirklich nicht auf dem Laufenden, was das nächtliche Leben in unseren Clubs in Wien betrifft: Es geht um Maki Marković, eines der bekanntesten Gesichter im Milieu der Ottakringer Straße.


„Sag mir, was du brauchst, mein Engel, und ich beschaffe es dir“, sagt er zu unserem Reporter Petar Rosandić. „Ich gründe jetzt eine Firma. Sie wird Mobiles Geschäft heißen. Ich kann dir alles beschaffen, von der Nadel bis zum Flugzeug, nur frag bitte nicht nach Drogen und Waffen, denn das kommt mir nicht ins Sortiment“, erklärt der frischgebackene Geschäftsmann gleich zu Beginn unseres Gesprächs.

Als oft gesehener Gast unter den Menschen aus dem ehemaligen Jugoslawien, ist Maki ein unermüdlicher Charmeur alten Schlags – schon sein Erscheinen zaubert allen ein Lächeln aufs Gesicht. Immer einen Spaß auf den Lippen und immer bereit zu einer Plauderei erzählte uns Maki kürzlich, dass er ein Geschäft mit dem Verkauf verschiedenster Dinge gestartet hat.


KOSMO: Maki, wie geht''s dir?

Maki: Ach mein Engel, besser denn je. Ich glaube an die Zukunft, ich schaue nicht zurück. Du weißt, wie das ist, das Leben ist ein Kampf. Ein großer Kampf. Mit Gottes Hilfe und ein bisschen Glück gewinne ich ihn. Ich muss.

Was verkaufst du im Moment am meisten? Was umfasst dein Geschäft?

Ich mache alles, was immer die Leute brauchen und von mir wollen. Von der Nadel bis zum Flugzeug. Im wahrsten Sinne des Wortes, mein Freund, im wahrsten Sinne des Wortes. Wenn du mir heute sagst, du brauchst ein Flugzeug, checke ich das ab und besorge dir in 14 Tagen ein Flugzeug. Alles ist möglich. Das ist mein mobiles Warenhaus. Wenn du etwas brauchst, ruf Maki an.

Wo finden dich die Leute?

Du weißt, wie das ist, ich bin überall. Sie können mich jederzeit anrufen (Nummer am Ende des Textes), und man findet mich immer in den Wiener Clubs im Fünfzehnten, Sechzehnten, Siebzehnten... Da bin ich meistens. Ich bin immer da für meine Freunde. Darum mache ich diesen Job auch. Ich mag es, den Leuten ihre Träume zu erfüllen.

Ich habe gehört, du hast eine bewegte Vergangenheit. Seinerzeit, Ende der Neunziger, hattest du einen Nachclub in der Zagreber Dubrava.

Das stimmt, mein Engel. Ich hatte einen der ersten Turbofolk-Clubs in Zagreb. Das war eine schöne Zeit, aber was soll''s, die Umstände waren gegen mich. Ein Gast tötete eine bulgarische Sängerin im Club, darum wurde der Club geschlossen. Später haben mich gewisse Leute provoziert, ich musste ins Gefängnis... Alles mögliche ist passiert, aber was soll''s, ich schaue nach vorne. Ich muss.

Damals warst du mit den Fußballspielern von Dinamo befreundet und man erzählt sich, dass Zdravko Mamić bei dir Stammgast war.

Zdravko ist ein Herz von einem Menschen, sehr korrekt, ein feiner Herr. Da gibt es nichts, mein Engel. Er hat das Herz am rechten Fleck. Ich kann nur das Beste über ihn sagen. Alle waren sie bei mir. Es gab keinen, der den Club Maki in der Dubrava in Zagreb nicht gekannt hätte. Aber jetzt haben wir neue Zeiten mit neuen Herausforderungen.

Wie läuft der Verkauf von MP3''s? Wir haben gehört, du gehst in der Stadt spazieren und verkaufst die neuesten Jugo-Schlager und Hits.

USB ist das einzig Wahre, mein Engel, die Technik der Zukunft. Die Leute wollen alles auf Sticks, stecken Sie im Auto ein und schon dröhnt die Musik. Das ist es was Markt heute verlangt und ich habe immer die neueste Ware. Ich versuche, mit den neuen Technologien Schritt zu halten. Sie verkaufen sich super, da gibt''s nichts... Die Menschen mögen das, diese USB-Sticks.

Hast du noch eine Message zum Abschluss? Was empfiehlst du den Lesern des besten Wiener Magazins KOSMO?

Ein Gruß an die Leser des besten Blatts und an alle, die mich aus dem Nachtleben kennen. Danke für die Unterstützung. Gott beschütz deinen Maki! Wenn Sie irgendetwas brauchen, rufen Sie an unter 0664/9723682 oder 0688/9518871.


Interview: Petar Rosandić

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