INTEGRATION 09.06.2015

Kurz will separate Deutschklassen in Schulen

© zVg.
Schüler mit Sprachdefiziten sollen laut Integrationsminister Sebastian Kutz bis zu einem Jahr in separaten Klassen unterrichtet werden.

Integrationsminister Sebastian Kurz (ÖVP) bringt wieder Bewegung in die Diskussion über separate Klassen für Schüler mit mangelnden Deutschkenntnissen (siehe KOSMO-Bericht). Kurz bestätigte in einem gestrigen Bericht der Tageszeitung Presse, dass er weiterhin an den umstrittenen Plänen festhalte, solche Klassen in Österreichs Schulen einzuführen. Angesichts der Ergebnisse der Landtagswahlen in der Steiermark und dem Burgenland appellierte Kurz an die SPÖ, ihren „ideologischen Widerstand“ aufzugeben und sich seinen Plänen anzuschließen.

Strafen für Eltern

Konkret sollen die betroffenen Schüler vor ihrem Schuleintritt in einem Zeitraum von ein paar Monaten bis zu einem Jahr in gesonderten Klassen unterrichtet werden. Darüber hinaus soll es eine „Mitwirkungspflicht“ für Eltern bei der Bildung ihrer Kinder geben. Für Eltern, die sich verweigern, soll es auch Strafen geben. Kurz sprach sich auch für ein verpflichtendes zweites Kindergartenjahr für Kinder mit mangelnden Deutschkenntnissen aus.

Sprachwissenschaftler kritisierten Idee der Sonderklassen in der Vergangenheit mehrmals. Kinder mit schlechten Sprachkenntnissen lernen laut Experten am besten, wenn sie mit Kindern sprechen, die die Sprache gut beherrschen. Kritiker sprachen auch von „Ghettoklassen“ für Kinder mit Migrationshintergrund.

KOSMO-Redaktion

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