INTEGRATION 28.01.2015

Kurz: 1.000 Euro Strafe für „integrationsunwillige“ Eltern

© zVg.
Bis zu 1.000 Euro Strafe forderte Integrationsminister Sebastian Kurz für Eltern, die den Kontakt zur Schule ihrer Kinder verweigern.


Kurz schloss sich damit einer Debatte an, die durch die SPÖ-Landeshauptleute Voves und Niessl vergangene Woche losgetreten worden war (siehe KOSMO-Bericht). Die beiden SPÖ-Politiker hatten gefordert, dass Experten beauftragt werden sollten, um "juristische Tatbestände bei Integrationsunwilligkeit zu definieren".

Eltern, die mehrmals nicht zum Gespräch mit dem Lehrer ihrer Kinder erschienen waren, sollten nun laut Kurz mit einer Verwaltungsstrafe bis zu 1.000 Euro belegt werden. Zudem sollen "integrationsunwillige" Schüler zu Sozialdiensten verpflichtet werden. Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) unterstützte den aktuellen Vorschlag des Integrationsministers.

Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) will den Vorschlag erst mit Vertretern von Eltern, Lehrern und Schülern besprechen. „Ich sehe den Vorschlag, sich in der Schule einzubringen, breiter als die Verwaltungsstrafendiskussion“, so Faymann.

Scharfe Kritik von Opposition

Kritik kam von der Grünen-Abgeordneten Alev Korun: "Das ist keine Integrationspolitik, das ist ständiges Anpatzen einer ganzen Bevölkerungsgruppe mit der immerwährenden Forderung der Bestrafung“, sagte Korun in einer Aussendung und forderte statt solcher Strafen den Einsatz von Sozialarbeitern in Schulen und die Schließung der Sonderschulen. „Mit Jugendlichen-Bashing und Strafen statt Chancengleichheit entfremdet er diese Kinder und Jugendlichen von Österreich", kritisiert Korun.

KOSMO-Redaktion

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