POLITIK 23.04.2015

Kroatiens Ex-Präsident warnt vor Tendenz zu Faschismus

Stipe Mesić, Kroatiens Präsident von 2000 bis 2010, veröffentlichte einen aufsehenerregenden Text über die Tendenz zum Faschismus im heutigen Kroatien.


Der Text des ehemaligen kroatischen Präsidenten wurde auf der Webseite novolist.hr veröffentlicht und löste heftige Diskussionen aus. „Der Trend zum Kokettieren mit dem Nazi-Faschismus ist leider seit den ersten Tagen des kroatischen Staates nur mit einem dünnen und äußerst durchsichtigen Schleier bedeckt, der den verbrecherischen Charakter der Ustascha und ihres Para-Staates relativiert“, schreibt der ehemalige Präsident und rief zu einer klaren antifaschistischen Haltung auf. „Wir müssen die Gefahr der Faschisierung erkennen, die sich in Kroatien entwickelt und wir uns ihr entgegenstellen“, so Mesić weiter.

„Renaissance der Ustascha“

In seinem Text kritisiert Mesić Nationalismus, Chauvinismus und Rassismus sowie die Intoleranz gegenüber anderen und spricht von einer „kriminellen Elite“, die durch den Krieg in den 1990er Jahren erschaffen wurde. Mesić sprach von einer Gesellschaft der „rudimentären Demokratie“, in der Gesetze auf nationaler Basis angewendet würden. Fakten über das Konzentrationslager Jasenovac und die Schwarzen Legion werden zu oft als „kommunistische Propaganda“ diffamiert, wie Mesić weiter ausführt. An einer Stelle spricht er von einer „Renaissance der Ustascha und der Relativierung der Verbrechen des Nazi-Faschismus“.

Er bezeichnete die aktuelle kroatische Regierung als „überfordert“ und unfähig, „sich zu positionieren“, und appelliert abschließend an Bürger und nichtstaatliche Vereinigungen, sich zum Antifaschismus zu bekennen.

KOSMO-Redaktion

Zum Original-Text auf novilist.hr

Antifaschisten kritisieren Kolinda wegen Tito-Büste

Antisemitische Angriffe gegen bosnischen Rapper

Hitlergruß mitten in Schönbrunn

Aktuelle Ausgabe

Aktuelle Ausgabe als PDF zum Nachlesen

COVER STORY:
Österreichs Beschützer
INTERVIEW:
Rap-Legende Juice
REPORTAGE:
Teure Geburstage

Zusendung

Lassen Sie sich KOSMO bequem nach Hause zusenden! Versandkostenbeitrag nur 11,- EUR (10 Ausgaben).
Zum Bestellformular

Facebook