BALKAN 09.01.2014

Kroatien liefert Ex-Geheimdienstchef aus

© zVg.
Gestern entschied das zuständige Gericht in Kroatien, dass Josip Perković an die deutschen Behörden ausgeliefert werden darf. Die Anwälte des Beschuldigten wollen berufen.


Der Fall um den wegen Mordes gesuchten kroatischen Ex-Geheimdienstchef Josip Perković sorge bereits für erhebliche Spannungen zwischen der Europäischen Union und dem jungen EU-Mitglied Kroatien.

Perković wird vorgeworfen, 1983 in die Ermordung eines jugoslawischen Dissidenten in Wolfratshausen in Bayern verwickelt gewesen zu sein. Mit einer Gesetzesänderung kurz vor dem Eintritt Kroatiens in die EU wurde der Europäische Haftbefehl umgangen (KOSMO berichtete). Der Vorwurf lautete, dass mit dem neuen Gesetz Perković und andere mutmaßliche Straftäter vor der Verfolgung durch die EU geschützt würden. In den Medien wurde vermutet, dass die kroatische Regierung den Ex-Geheimdienstchef wegen seines brisanten Wissens schützen wollte.

Nach massivem Druck von Seiten der EU befassten sich die kroatischen Gerichte noch einmal mit dem Fall und stimmten in zweiter Instanz einer Auslieferung an die deutschen Behörden zu. Perković, der am Neujahrstag in Zagreb vorübergehend festgenommen wurde, ist im Moment auf freiem Fuß. Der Oberste Gerichtshof hat nun drei Tage Zeit über die Berufung seiner Anwälte zu entscheiden.

KOSMO-Redaktion

KOSMO-Bericht: Kroatien drohen EU-Sanktionen

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