POLITIK 26.09.2014

Kroatien: Serbische Minderheit verlangt EU-Schutz

© zVg.
Nachdem vor wenigen Tagen sämtliche zweisprachigen Schilder in lateinischer und in serbisch-kyrillischer Schrift Vukovar zerstört worden waren, fordert die serbische Minderheit Schutz durch die EU.


Im kroatischen Vukovar spitzte sich der Konflikt um die zweisprachigen Amtsschilder in kroatischer und in serbisch-kyrillischer Schrift (siehe KOSMO-Bericht) in dieser Woche weiter zu. Nachdem kroatische Nationalisten sämtliche zweisprachigen Schilder in der Stadt zerstört haben, fühlen sich die Serben bedroht. Vertreter der serbischen Minderheit im EU-Land Kroatien verlangen nun nach Schutz durch die Europäische Union.  Milorad Pupovac, Obmann einer serbischen Partei in Kroatien, hatte gestern in einem Interview in der Tageszeitung Novosti zum Schutz der serbischen Bevölkerung in Kroatien appelliert.

Bereits im Herbst 2013 hatte es einen Sturm auf die ersten in Vukovar aufgestellten Amtsschilder gegeben. Eine Gruppe, die sich "Rat zur Verteidigung eines kroatischen Vukovar" nennt, hatte in Folge dieser Ereignisse eine Petition gestartet, die bis zum Sommer 2014 über 600.000 Unterschriften sammelte, um den Einsatz zweisprachiger Beschilderung durch ein Referendum einzuschränken. Ein solches Referendum war schließlich vom Verfassungsgerichtshof als illegal erklärt worden.

Die Stadt Vukovar war im Kroatienkrieg in den 1990ern von serbischen Einheiten besetzt und schwer verwüstet worden.  Heute sind 35 Prozent der Bewohner in Vukovar Serben. In ganz Kroatien gibt es mittlerweile eine serbische Minderheit von 4,4 Prozent.

KOSMO-Redaktion

Kroatiens Fußballverband verärgert wegen kyrillischer Schrift

Kroatien: Referendum gegen kyrillische Schrift abgelehnt

Kroatien: Mehrheit gegen Homo-Ehe

Aktuelle Ausgabe

Aktuelle Ausgabe als PDF zum Nachlesen

COVER STORY:
Österreichs Beschützer
INTERVIEW:
Rap-Legende Juice
REPORTAGE:
Teure Geburstage

Zusendung

Lassen Sie sich KOSMO bequem nach Hause zusenden! Versandkostenbeitrag nur 11,- EUR (10 Ausgaben).
Zum Bestellformular

Facebook