KROATIEN 02.09.2014

Kroatien: Schuldenerlass für die ärmsten Bürger?

Die kroatische Regierung hat den örtlichen Banken und Mobilfunkanbietern vorgeschlagen, die ärmsten Bürger von ihren Schulden zu befreien.

Die schnellvertretende Ministerpräsidentin und Ministerin für Sozialpolitik und Jugend Milanka Opačić hat sich gestern  mit Finanzminister Boris Lalovac und den Vertretern des kroatischen Bankverbandes und des Telekommunikationsunternehmen getroffen, um eine Lösung für die Schulden der sozial schwachen Bürger zu finden. 

Dabei geht es um Bürger, die seit mehr als einem Jahr Schulden von unter 10.000 Kuna (ca. 1.300 Euro) nicht beglichen haben und somit vor einer Sperre der Mobilfunkanbieter stehen. 

„Wir glauben, dass es sich hierbei um Menschen handelt, die diese Schulden nur sehr schwer zurückzahlen werden können. Wir sind auf der Suche nach einer Lösung, um diesen Bürgern ihre Schulden zu erlassen“, meinte Opačić  und fügte hinzu, dass die  Kategorie welcher die Schuldner angehören eine wesentliche Rolle spielt.

Insgesamt 65,4 Mio Euro Schulden

Die Gesamtzahl der Schuldner beläuft sich auf 140.000.Die Schulden betragen insgesamt ca 500 Millionen Kuna (65,4 Mio Euro). Neuneinhalb Tausend haben jedoch ein Sparkonto, wären also in der Lage diese Schulden zu begleichen. 

Es gibt jedoch einen großen Teil, ca. 70.000 Schuldner, die in die Kategorie der Rentner, Arbeitslosen und der Sozialhilfe-Empfänger fallen, so Opačić . Der Schuldenerlass soll nur denen, die keine Möglichkeit haben ihre Schulden zu begleichen,  dienen. 

Lalovac betonte, dass es sich hierbei um eine langanhaltende Krise handelt und der Staat eingreifen müsse. Die Gespräche für eine endgültige Einigung mit Gläubigern stehen noch bevor. 

KOSMO-Redaktion


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