KROATIEN 26.08.2014

Kroatien: Erstes Ausweisfoto mit Kopftuch genehmigt

Nach einem zehnjährigen Rechtsstreit bekommt Djilsema Idrizi aus der kroatischen Stadt Crikvenica nun endlich ihren Personalausweis. Die Besonderheit daran: Es ist der erste kroatische Personalausweis mit einem Kopftuchfoto.

Vor zehn Jahren wurde Djilsema Idrizi der Antrag auf den Personalausweis wegen einem Kopftuchfoto abgelehnt. Danach folgte ein jahrelanges Tauziehen mit den Behörden, weil sie sich in den Rechten ihrer Religionsfreiheit beraubt fühlte.

„Das Kopftuch ist mein Leben"

„In der Öffentlichkeit habe ich mich nie ohne Kopftuch gezeigt. Das ist mein Leben. Wenn ich im Personalausweis ohne Kopftuch zu sehen bin, dann ist das eine Art Lüge. Im Ausweis ohne, in der Öffentlichkeit mit Kopftuch“, so Djilesma gegenüber einer Reporterin des Nachrichtensenders Al–Jazeera.

Djilsema ist im Besitz der mazedonischen und kroatischen Staatsbürgerschaft. Sie ist diplomierte klinische Psychologin, Mutter von drei Kindern und ein Mensch mit viel Geduld und Ausdauer. Das bewies sie im Kampf mit der Bürokratie. Vor den Behörden, sei es die örtliche Polizei oder das Verfassungsgericht, hat sie stets immer das gleiche betont: Das Foto zeigt sie so, wie sie ist. 

Bis vor kurzem sah das Gesetz vor, dass jegliche Art der Kopfbedeckung, mit Ausnahme von älteren Menschen, die ein Kopftuch aus Gründen der Volksbräuche tragen, auf Amtsdokumenten nicht gestattet sei. Für ihr Recht setzte sich Djilesma erst letztes Jahr durch. Die Änderung der betreffenden Verordnung genehmigt nun Kopftücher aus religiösen Gründen mit der Voraussetzung, dass Wangen, Kinn und Stirn zu sehen sind.

Gute Beziehung zu muslimischer Minderheit

Ein Jahr nach der umstrittenen Verodnungsänderung und fünf Jahre nach der eingereichten Verfassungsklage, hat die Familie Idrizi endlich das Urteil des Verfassungsgerichtes bekommen:  Djilesmas Recht auf die Religionsfreiheit wurde verletzt. Insgesamt kostete dieser Kampf die Familie ca. viereinhalb Tausend Euro.

Der islamischen Gemeinschaft Kroatiens zufolge stellt diese Verodnungsänderung einen weiteren Schritt in der bereits guten Beziehung zu der muslimischen Minderheit in Kroatien dar.

KOSMO-Redaktion

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