FUSSBALL-WM 2014 10.06.2014

Kochen für Kroatien

© Dalibor Urukalović / PIXSELL
Neben dem Kapitän ist auf jedem Schiff der Koch der zweitwichtigste Mann – oder sogar mit der wichtigste. Auch in anderen Kollektiven ist das nicht anders, und ganz sicher nicht bei der kroatischen Fußballnationalmannschaft während der WM in Brasilien. Wir sprachen mit Drago Gorički, dem Chefkoch der „Vatreni“.


Dass alles seine Ordnung hat und dass die „Vatreni“ („die Feurigen“) satt werden und genügend Energie haben, dafür sorgt der Chef des Zagreber Sheraton-Hotels, Drago Gorički. Seit der Weltmeisterschaft 2002 in Japan ist er ein Teil des kroatischen Teams. Während Wettkämpfe 15 bis 16 Stunden täglich in der Küche steht,

KOSMO: Wie sieht der Speiseplan der Spieler aus und worauf müssen Sie besonders achten?

Drago Gorički: Ich möchte keine Details verraten, aber den Plan erstelle ich gemeinsam mit dem Ärzteteam, damit unsere Spieler an Nährstoffen alles bekommen, was sie brauchen, um erfolgreich zu trainieren und die Kraft für die Spiele aufzubauen. Ich schlage die Speisen vor, die ich zubereiten würde, sie teilen mir ihre Vorstellungen mit, und am Ende können wir uns immer leicht einigen.

Was essen die Feurigen gerne? Haben manche Spieler Sonderwünsche?

Sie wären überrascht, wie einfach unsere Burschen sind. Sie spielen alle in Europa, in großen Clubs wie Real Madrid, Bayern oder Inter, und sind hoch professionell. Sie wissen genau, was ihr Körper für die Kraft und die Regeneration braucht, und darum habe ich niemals Sonderbestellungen. Sie essen das, was am gesündesten und am besten für sie ist.

Wer von den Spielern isst am meisten?


Haha, darauf habe ich noch nicht geachtet. Ich glaube, dass sie sich alle in allem mäßigen, so wie richtige Sportler das tun sollten.

Was steht vor großen Spielen auf der Speisekarte, gibt es da einen besonderen Ernährungsplan?


Natürlich, aber ich darf nichts verraten. Vor jedem Spiel gibt es viele strenge Regeln, darunter auch solche für die Ernährung. Daran müssen sich alle halten, ohne Ausnahmen.

Nehmen Sie Lebensmittel aus Kroatien mit nach Brasilien?


Das ist nicht nötig, heute gibt es überall alles. Die Hotelketten, in denen wir wohnen, haben in der ganzen Welt dasselbe Angebot, da fehlt es an nichts. Fußball ist eine ernste Arbeit und das Risiko, Lebensmittel auf Langstreckenflügen zu transportieren, auf denen sie vielleicht verderben, zahlt sich nicht aus. Seitdem ich für die Mannschaft koche, ist es noch nie passiert, dass ich irgendetwas nicht bekommen konnte.

Wie sieht ein Tag in der Küche der Feurigen aus?

Alles muss sehr gut organisiert sein, und die Arbeitszeit hängt von den Trainings- bzw. Spielzeiten ab. Ein normaler Tag beginnt um 7 Uhr mit dem Frühstück. Für mich natürlich schon etwas früher, denn ich muss alles vorbereiten. Mittagessen gibt es um ein Uhr und Abendessen um 19 Uhr. Es muss alles absolut pünktlich sein. Wenn das Mittagessen um eins stattfindet, kommt keiner der „Vatreni“ fünf Minuten früher oder später, sondern genau zur vereinbarten Zeit. Sie essen das, was auf dem Speiseplan steht, und gehen wieder ihren Pflichten nach. Ich muss noch einmal betonen: Sie sind wirklich absolute Profis.

Welchen Teil der Arbeit in der Nationalmannschaft haben sie am liebsten?

Auf jeden Fall die Spiele. In den fast zwölf Jahren habe ich nur ein paar Mal ein Spiel verpasst, und ich kann sagen, dass das der große Luxus dieser Arbeit ist: etwas, das man nicht mit Geld aufwiegen kann.

Interview:  Srđan Brajković / KOSMO

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