GEDENKEN 07.04.2014

Jahrestag der Belagerung Sarajevos

© zVg.
Am vergangenen Wochenende jährte sich der Beginn der Belagerung Sarajevos zum 22. Mal. Es war eines der zentralen Ereignisse der letzten Balkankriege.


Der 5. April gilt für die Menschen in Sarajevo als der Beginn des Kriegs in Bosnien-Herzegowina. An diesem Tag starben die ersten Opfer der Belagerung Sarajevos. Die 25-jährige Medizinstudentin Suada Dilberović und die 34-jährige Beamtin Olga Sučić wurden bei einer Friedensdemonstration von serbischen Freischärlern getötet.

Am 6. April 1992 besetzte die jugoslawische Volksarmee, mittlerweile vollständig von Slobodan Milošević kontrolliert, den internationalen Flughafen von Sarajevo. Es folgte ein frontaler Angriff auf das Stadtzentrum am 2. Mai. Die Stadt wurde ab diesem Zeitpunkt vollständig von der Außenwelt abgeriegelt. Die Versorgung mit Strom, Wasser und Lebensmitteln war ebenso unterbrochen, wie die Möglichkeit die Stadt zu verlassen. Erst mit der Einrichtung einer internationalen Luftbrücke ab dem 3. Juli 1992 bekam die Stadt Zugang zu Hilfe.

Serbische Einheiten griffen die Bevölkerung mit Scharfschützen und Granatenwerfern an, die auf den umgebenden Bergen positioniert waren. Während der fast vierjährigen Belagerung Sarajevos kamen 11.541 Menschen ums Leben, mehr als 1.500 davon waren Kinder. Die Belagerung der Stadt ist eines der meist dokumentierten Kriegsereignisse der Welt. Mit 1.425 Tagen ist es die längste Belagerung einer Stadt im 20. Jahrhundert.

In Sarajevo wurden am vergangenen Wochenende Blumen an der Gedenktafel der beiden jungen Frauen niedergelegt, die als erste Opfer dieses Kriegs gelten. Bereits zum siebten Mal organisierten die Studierenden der Universität Sarajevo eine Fahrradtour zur Erinnerung an die junge Studentin Suada Dilberović, die eines der ersten Opfer des Kriegs war. Die Fahrt ging dabei auch über eine Brücke im Zentrum von Sarajevo, die nach Suada Dilberović und Olga Sučić benannt ist. Mit dieser Aktion wollen sie an die Ereignisse erinnern und mahnen, dass so etwas niemals wieder geschehen dürfe.

KOSMO-Redaktion

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