INTEGRATION 01.12.2014

Hotline gegen Radikalisierung startet

© zVg.
Heute wurde ein Maßnahmenpaket gegen Extremismus präsentiert. Bildundminiserin Gabriele Heinisch-Hosek, Innenministerin Johanna Mikl-Leitner, Familienministern Sophie Karmasin und Integrationsminister Sebastian Kurz stellten ihre Maßnahmen vor.


Fälle, wie jener der zwei bosnischstämmigen Mädchen, die im Frühjahr in den Krieg in Syrien gingen, sorgten in Österreich für Aufsehen (siehe KOSMO-Bericht). Unter der Nummer 0800 20 2044 sollen Freunde, Angehörige und Bezugspersonen von jungen Muslimen, die in die Radikalität abzugleiten drohen, beraten werden. "Extremismus hat keinen Platz in Österreich! Heute dürfen wir einen neuen, ganz entscheidenden Baustein im Kampf gegen den Extremismus in Österreich vorstellen", sagte Familien- und Jugendministerin Sophie Karmasin bei der heutigen Präsentation der neuen Beratungsstelle Extremismus und der Extremismus-Hotline.


Ein multiprofessionelles Team mit Beratungserfahrung wird in der Beratungsstelle in fünf Sprachen (Deutsch, Türkisch, Englisch, Arabisch und Persisch) die erste Anlaufstelle für Hilfesuchende sein. Zusätzlich soll es ein mobiles Team für die Krisenintervention und 395 Familienberatungsstellen quer durch Österreich geben. Die Beratung erfolgt anonym und kostenlos.

Zusätzlich werden auch Schulprojekte gegen Extremismen weiterentwickelt, erklärte Heinisch-Hosek. Ein Folder zum Thema "Jugend und Extremismus" mit Webtipps und Beratung wurden an alle 6.000 Schulen versendet. Pädagogen können sich über eine spezielle Schulinfohotline beraten lassen. 

Internationale Zusammenarbeit

Außen- und Integrationsminister Sebastian Kurz verwies auf die Maßnahmen, die auf nationaler und internationaler Ebene gesetzt wurden. So ist Österreich im September der internationalen Allianz gegen den IS-Terror beigetreten. Auf europäischer Ebene wurde die Erarbeitung eines Maßnahmenpakets gegen "Foreign Terrorist Fighters" vorangetrieben. Im Inland wird vom Außen- und Integrationsministerium gemeinsam mit der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) und anderen Organisationen eine Informationsoffensive gestartet.

Morgen, Dienstag, wird der Ministerrat die Einrichtung der Beratungsstelle Extremismus auf Vorschlag von Bundesministerin Karmasin beschließen. BM.I, BMBF, BMeiA und BMASK unterstützen die Beratungsstelle und präsentierten ebenfalls Maßnahmen im Kampf gegen den Extremismus.

KOSMO-Redaktion

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