KOMMENTAR 01.09.2014

Hetze auf Hetze

© zVg.
Die prekäre Situation in vielen Teilen der Welt brachte uns eine Welle von Antisemitismus und Islamophobie nach Europa. Ein Kommentar von KOSMO-Chefredakteur Nedad Memić.


Dieser Sommer brachte uns keine besondere Entspannung: zum einen war das Wetter so mies, dass wir häufiger nass als trocken wurden, zum anderen war die globale politische Lage äußerst prekär. Das kontinuierliche Blutvergießen in Syrien und der Ukraine, der neu entflammte Konflikt zwischen Israel und der Hamas mit hohen Opferzahlen im Gaza-Streifen, das Vorrücken des radikalen Islamischen Staates im Nordirak und schließlich die Epidemie der Ebola, die Westafrika mit aller Wucht heimsucht, haben sich in einheimischen und internationalen Medien überschlagen und ließen uns in sonst ruhigen Sommertagen keine Ruhe.

Die politischen und militärischen Turbulenzen im Nahen Osten hinterließen aber auch Spuren im europäischen Miteinander. Der Tod zahlreichen Zivilisten, insbesondere Kinder, in Gaza wurden von manchen Personen und Gruppierungen ausgenutzt, um eine besorgniserregende Welle an Antisemitismus und hetzerischen Parolen gegen Juden auszulösen.

Gerade als der Konflikt in Gaza zur Ruhe kam, da tauchten vermehrt Berichte über Gräueltaten des sogenannten Islamischen Staates im Nordirak in den Medien auf. In westlichen Medien und Öffentlichkeit gab es nun Texte und Kommentare, die Muslime als rückständige Menschen generalisieren, die sich leicht radikalisieren lassen.

Es ist klar, dass diese pauschale Hetze sowohl gegen Juden als auch gegen Muslime darauf abzielt, Angehörige unterschiedlicher Religionen in Österreich und Westeuropa zusätzlich zu spalten. Eine solche gesellschaftliche Entwicklung ist für das Miteinander höchst gefährlich und verdient eine stärkere Verurteilung seitens der Politik und der intellektuellen Kreise. Für Gräueltaten und militärische Verbrechen tragen immer einzelne Personen oder Regime Verantwortung, niemals alle Angehörigen einer Religion oder Ethnie. Dies haben manche auch hier im hochentwickelten und demokratischen Westen noch nicht verstanden.

Nedad Memić / KOSMO

Terrorgruppe ISIL: Todesdrohungen an serbische Diplomaten in Syrien

Muslime und Juden tagen in Wien

Syrien-Mädchen: Geheimdienst ortet Handy-Signal

Aktuelle Ausgabe

Aktuelle Ausgabe als PDF zum Nachlesen

COVER STORY:
Österreichs Beschützer
INTERVIEW:
Rap-Legende Juice
REPORTAGE:
Teure Geburstage

Zusendung

Lassen Sie sich KOSMO bequem nach Hause zusenden! Versandkostenbeitrag nur 11,- EUR (10 Ausgaben).
Zum Bestellformular

Facebook