HOCHWASSER 21.05.2014

„Helfen ist unsere Pflicht“

© zVg.
Studenten, Unternehmer, Arbeiter - es ist eine Welle der Solidarität und des Mitgefühls, die man bei den Sammelstellen in Wien antrifft. KOSMO hat die vielen freiwilligen Helfer besucht.


Österreichweit organisieren sich migrantische Vereine, Privatleute und neugegründete Initiativen, um für die Opfer des Balkan-Hochwassers Geld, Sachspenden und Lebensmittel zu sammeln. Immer mehr österreichische Institutionen wie der ORF und Nachbar in Not starten mittlerweile auch Spendenaktionen. Wir waren beim Samariterbund in Wien-Fünfhaus sowie im Keller eines Ottakringer Gemeindebaus und sprachen mit freiwilligen Helfern, Initiatoren der Spendenaktionen, Angehörigen von Opfern und Funktionären aus der Politik und Vereinswelt, die sich an den Hilfsaktionen beteiligen.  


„Unsere Erwartungen wurden weit übertroffen“

„Es fing alles mit unserem Aufruf auf Facebook auf. Nachdem wir die Bilder aus unserer Heimat sahen, hatten wir einfach das Gefühl: Jetzt muss was passieren, wir müssen den Opfern helfen. Was sich aber derzeit in Wien abspielt, übersteigt alle unsere Erwartungen. Wir hatten gehofft, dass wir ein bis zwei LKW`s mit Spenden nach unten schicken könnten. Aktuell sind wir bei 300 Tonnen an Spenden. Wir haben zwar in den letzten fünf Tagen nur wenige Stunden geschlafen, aber es hat sich ausgezahlt. Danke an auch an den österreichischen Außenminister Sebastian Kurz, der auf unser Ansuchen um logistische und diplomatische Hilfe reagiert hat und uns geholfen hat. Was hier passiert, ist einfach großartig.“

- Darko Marković, selbständig, Mitgründer der Facebook-Seite Hilfsaktion für Flutopfer in Bosnien-Herzegowina.


„Jede helfende Hand ist sehr wichtig“

„Als wir erfahren haben was unten los ist, wusste ich sofort, dass ich helfen muss. Momentan nutze ich jede freie Minute, um hier zu sein, Sachen einzupacken, Spenden anzunehmen und mitzuhelfen. Es ist schön zu sehen, dass auch immer mehr Leute von außerhalb kommen, um uns bei der Spendenaktion zu helfen. Jede helfende Hand ist sehr wichtig.“

- Jelena Šutić, Studentin, die beim Sammeln der Spenden für die serbischen Hochwasseropfer mithilft.


„Stolz auf unsere Community“

„So viel Einigkeit an einem Ort habe ich noch nie erlebt. Ich bin froh, dass ich Teil dieser Aktion bin und dass ich diese Solidarität miterleben darf. Es gab keine einzige Streiterei, keine einzige Diskussion und alle Menschen sind mit dem gleichen Ziel hergekommen. Ich bin stolz auf unsere Community und auf jeden Einzelnen, der mitgeholfen hat“

- Ahmed Husagić, selbständig, Mitgründer der Facebook-Seite Hilfsaktion für Flutopfer in Bosnien-Herzegowina.


„Helfen ist unsere Pflicht“


„Die Situation lässt uns keine andere Wahl als zu helfen. Das ist unsere Pflicht. Im normalen Alltag teilen uns Sachen oder Meinungen, aber bei dieser Aktion gibt es nur Einigkeit: Wir müssen alle an einem Strang ziehen.“

- Zoran Aleksić, Präsident der Serbischen Gemeinschaft in Österreich, beteiligt an der Aktion Zusammen für Serbien und Srpska.

„Beeindruckende Solidarität“


„Die Serbische Gemeinschaft in Österreich hat uns mit der Bitte kontaktiert, dass wir Räumlichkeiten in Ottakring finden, wo wir die Spenden der Migranten für die Flutopfer sammeln könnten. Wir haben uns sofort aktiviert und nun auch passende Räumlichkeiten gefunden. Es ist schön zu sehen, dass sich hier – mitten im Bezirk – Menschen solidarisieren, mithelfen und etwas Gutes tun.“

- Franz Prokop, Bezirksvorsteher von Ottakring

„Wir können viel bewirken“

„Ich bewundere die Leute, die das hier gestartet haben. Für mich war sofort klar, dass ich herkommen und spenden muss. Es ist unglaublich, wie viel private Initiativen bewirken können. Ich selber habe jetzt einen Wiener Freund und Apothekenbesitzer motiviert, dass wir Medikamente nach Bosnien schicken. Der LKW wird noch die Woche Richtung Bosnien fahren.“

- Martin Jurić, Unternehmer, der sich an den Hilfsaktionen beteiligt.


Petar Rosandić / KOSMO

Wir aktualisieren laufend die aktuellen Informationen über Hilfsaktionen und Spenden für die Hochwasseropfer. Bitte helfen Sie mit.

KOSMO-Redaktion

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