INTERVIEW 11.07.2013

Gogi Knezevic: Ein Leben wie im Hollywood-Film

© KOSMO / Radule Božinović
Der Box-Champion sprach mit KOSMO über seinen besten Kampf, wie er die Neider zum Schweigen brachte und was er über die österreichischen Medien denkt.

Mit seinem jüngsten Sieg über den Ungarn Joszef Matolcsi hat Gogi Knežević, ein österreichischer Boxer serbischer Herkunft, den Intercontinental-Titel der renommierten WBF gewonnen. Mit dem dreifachen Champion im Mittelgewicht (WBF, WBC, GBU) sprachen wir im Club „Boxteam Vienna“.

KOSMO: Dein Kampf gegen Matolcsi war sehr spannend. Obwohl du in der dritten Runde zu Boden gegangen bist, hast du es geschafft, zurückzukommen und zu gewinnen. Wie erklärst du dir das?
Viele Boxer finden nur schwer in den Kampf zurück, wenn sie einmal am Boden waren, aber wenn ich falle, bin ich wie ein verwundeter Löwe. Und ein verwundeter Löwe ist, wie man weiß, am gefährlichsten. Darum ist es vielleicht sogar gut, dass ich gestürzt bin, denn in dem Moment ist in mir eine enorme Energie entstanden. Das war der bisher beste Kampf meines Lebens. Ich habe mein Idol besiegt, ich habe den dritten Weltmeistertitel errungen und endlich allen Besserwissern den Mund gestopft.

An wen denkst du da?
Es gibt viele Neider, die ständig versuchen, meine Erfolge kleinzureden. Jetzt, wo ich drei Weltmeistertitel habe, gibt es da keine Diskussionen mehr. Viele halten diesen WBF-Titel für einen endgültigen KO-Sieg! Ich danke meiner Familie, meinen Trainern Peter Pospichal, Željko Gajić und meinem Club „Boxteam Vienna“. Das sind die Menschen, die an mich geglaubt haben, und ich habe sie nicht enttäuscht.

Wir haben gehört, dass du schon lange gegen Marcos Nader boxen willst. Warum ist es noch nicht dazu gekommen?
Offensichtlich hat Marcos Nader Angst, mit mir in den Ring zu steigen. Anders kann ich mir das nicht erklären. Wenn er mit mir in den Ring steigen würde, dann würde die Geschichte des „erfolgreichen Nader“, die wir aus den österreichischen Medien kennen, schnell wie eine Seifenblase platzen. Wenn Sie mich fragen: Wenn Knežević zufällig Nader hieße oder irgendeinen anderen österreichischen Nachnamen hätte, würde ich sicher viel mehr Medieninteresse bekommen als jetzt, wo ich dreifacher Weltmeister bin. Auch wenn viele sagen, dass das nicht so ist, bestätigt es mein Fall doch: Ausländer bleibt Ausländer, auch wenn er Weltmeister ist.

Das Boxen ist seit Jahren dein Sport, und jetzt bist du definitiv auf dem Höhepunkt deiner Karriere angelangt. Was ist das für ein Gefühl?
Unbeschreiblich. Alle, die mein Leben und meine Geschichte kennen, wissen, dass es ständig auf und ab gegangen ist. In meiner frühen Jugend habe ich teuer für meine Fehler bezahlt, ich musste ins Gefängnis, und das Boxen hat mich da herausgeholt. Dann wurde sogar mein langjähriger Trainer Edip Seković ermordet. Wenn ich mir meine Erinnerungen und Erfahrungen der letzten Jahre vor Augen führe, erscheint mir mein Leben wie ein Hollywood-Film. Vielleicht sollte ich eines Tages wirklich einen Film über mein Leben machen. Material gibt es mit Sicherheit genug.

Das Interview führte unser Reporter Petar Rosandić/KOSMO-Redaktion

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