INTEGRATION 27.06.2013

Gesundheit und Pflege: Kollaps ohne Migranten

© ÖRK/Kellner Thomas Holly
Aktuelle Zahlen des Roten Kreuzes bestätigen hohen Bedarf an migrantischen Arbeitskräften im österreichischen Gesundheitswesen.

Am Mittwoch stellte das Österreichische Rote Kreuz eine Schwerpunktausgabe seines zweimal jährlich erscheinenden Magazins „Henri“ vor. Die gesamte Ausgabe war der Rolle von Migranten im österreichischen Gesundheitswesen gewidmet. Werner Kerschbaum, Generalsekretär des Roten Kreuzes, betonte im Zuge der Präsentation im Café Museum in der Wiener Innenstadt die steigende Bedeutung die Migranten in Zukunft für den Gesundheits- und Pflegesektor haben werden.

22.500 Vollzeitkräfte fehlen bis 2025

Von den 294.000 Mitarbeitern in Gesundheitsberufen haben bereits jetzt 53.200 (18 Prozent Anm.) Migrationshintergrund. Daneben gibt es 25.000 Personen, die aus benachbarten Ländern in Österreich Pflegeberufe ausüben. Aktuelle Studien zeigen, dass der Bedarf noch steigen wird. „ Wenn die Entwicklung wie bisher weitergeht, werden wir bis zum Jahr 2025 zusätzliche 22.500 Vollzeitkräfte in der Betreuung brauchen.“, so Kerschbaum.  
Dr. Katharina Pils, Chefärztin des Österreichischen Roten Kreuzes und Institutsvorstand für physikalische Medizin am Wiener Sophienspital, bestätigt diese Einschätzung: „Wir bereiten uns auf das Älterwerden unserer Gesellschaft vor“, so Pils. Die Chefärztin des Roten Kreuzes schätzt vor allem die Sprachkompetenzen der Migranten im Krankenhausbetrieb. Viele in der Pflege beschäftigte Migranten seinen hochqualifiziert.

Migranten willkommen heißen

Kerschbaum fordert im Namen des Roten Kreuzes eine stärkere „Willkommens-Kultur“ gegenüber Migranten und ein Zugeständnis zu Österreich als Einwanderungsland. In einer Migrationscharta fordert das Rote Kreuz unter anderem Sprach- und Bildungsförderungen genauso wie ein freundlicheres Klima gegenüber Zuwandereren und eine Arbeitserlaubnis für Asylwerber. Das Rote Kreuz möchte die Attraktivität der Pflege- und Gesundheitsberufe erhöhen in Zukunft eine stärkere Förderung von Migranten erreichen.

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