NR-WAHLEN 30.09.2013

Fünf historische Fakten zur Wahl ´13

© zVg.
Bei den Nationalratswahlen 2013 wurden einige Rekorde gebrochen, im Positiven wie im Negativen. Wir haben fünf Fakten der Wahl 2013 zusammengefasst.



1. Rekordtief Nr. 1 – Wahlbeteiligung

Mit einer Beteiligung von 65,91 Prozent war der 29. September der schwächste Wahlsonntag in der zweiten Republik. Auch mit den ausstehenden Stimmen aus der Briefwahl wird die Wahlbeteiligung maximal 74 Prozent erreichen. Zum Vergleich: Das bisherige Rekordtief lag bei  78,48 Prozent bei den Nationalratswahlen 2006. Mit 78,81 Prozent blieb die Beteiligung bei den neuerlichen Wahlen 2008 stabil. Zusammen mit den Menschen, die auch heuer wieder vom Wahlrecht ausgeschlossen waren (siehe KOSMO-Bericht) sinkt die Vertretung der Bürger noch weiter.


2. Rekordtief Nr. 2 – Schwächstes Regierungsergebnis

Von einer „großen“ Koalition kann nach dem Wahlergebnis der Regierungsparteien nicht mehr gesprochen werden. Die SPÖ erreicht laut Hochrechnungen mit knapp 27 Prozent ein Minus von über 2 Prozent, die ÖVP kommt auf 24 Prozent, ebenfalls auf ein Minus von 2 Prozent. Mit 99 Mandaten (minus 9 Mandate) hat die aktuelle Koalition nur noch eine sehr dünne Mehrheit im Parlament. Die Auszählung der Wahlkarten wird daran nicht mehr viel ändern.


3. Rekord der Rechten

Der Abstand zwischen Erstem und Drittem war noch nie so gering wie bei dieser Wahl. Mit einem Ergebnis von 21,4 Prozent für die FPÖ beträgt der Unterschied zur SPÖ nur noch ca 6,5 Prozent. Selbst im erfolgreichsten Jahr der FPÖ (26,9 Prozent bei der NR-Wahl 1999) war der Unterschied mit 7,7 Prozent größer. Dass die Schwäche der Regierungsparteien der FPÖ nicht noch mehr Stimmen brachte, haben wir nur dem Team Stronach zu verdanken. Hierhin  wanderten einige Protestwähler.


4. Rekord der Grünen

Gleichzeitig verzeichnen die Grünen ein persönliches Rekordergebnis. Der Erfolg bleibt zwar hinter den eigenen Erwartungen und den Wahlumfragen zurück, ist aber mit einem Plus von 1,7 Prozent eine Bestätigung für die Arbeit der Grünen. Selbst die zum Reizthema hochstilisierte Mariahilfer Straße konnte den Grünen nicht sichtbar schaden. Stattdessen verlor die ÖVP, die als Kritiker der neuen Mariahilfer Straße auftrat in fast allen Wiener Gemeindebezirken an Stimmen.


5. Rekord der Vielfalt

Von einem Zwei-Lager-System kann in Österreich schon seit langem nicht mehr gesprochen werden. Wir haben mittlerweile sechs Parteien im Parlament, wovon drei ungefähr gleich stark sind. Dennoch: Mit dem überraschend eindeutigen Einzug der NEOS haben wir seit fast 30 Jahren der die erste neue Partei, die es von außen und nicht durch Abspaltung von einem bestehenden Parlaments-Club in den Nationalrat schafft. Zuletzt gelang das den Grünen bei der Nationalratswahl 1986. Alle anderen neuen Parteien (Liberales Forum, BZÖ, Team Stronach) hatten ihren Einzug ins Parlament durch eine Abspaltung erreicht.

KOSMO-Redaktion

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