SPORT 10.12.2013

FC BIH: Unser Club – unsere Familie

© zVg.
In unserer Reihe über die Sportklubs der Zuwanderer stellen wir diesmal den Wiener FC BiH (Bosnien-Herzegowina) vor.

Sie sind oft maßgeblich am Erfolg der bosnisch-herzegowinischen Fußballnationalmannschaft beteiligt – ihre ersten Fußballschritte haben sie als Flüchtlingskinder in der Diaspora getan haben. Man braucht nur an die Stars der Mannschaft zu denken: Asmir Begović (Stoke City), Izet Hajrović (Grasshopers Zürich) und Miralem Pjanić (AS Roma). Die Liste lässt sich fortsetzen.

Aber auch in Wien gibt es eine eigene bosnisch-herzegowinische Fußballmarke – den Club FC BiH in der Wiener Stadtliga, 2. Klasse A, der 2007 unter dem Namen „BiH United“ gegründet wurde. Obwohl der Name des Vereins auf Bosnien-Herzegowina hinweist, herrscht im Club eine multikulturelle Atmosphäre. Hier spielen unter anderem auch Serben, Türken und Österreicher.

Die Türen stehen allen offen


 „Der Club heißt BiH, aber im Prinzip sind wirklich alle willkommen. Unsere Türen stehen jedem offen, denn wir sind von Anfang an ein multikultureller Club gewesen, in dem Fußballer verschiedener Nationalitäten spielen. Darauf sind wir besonders stolz“, erklärt uns Edhem Dubravac, der Präsident des Clubs. Und gerade aufgrund dieser Tatsache erstaunt es nicht, dass Radoslav Jovanović, ein Coach aus Serbien, den Trainersessel einnimmt.

Unter seinem Zepter will der FC BiH in diesem Jahr sein nächstes großes Ziel erreichen – den Einzug in die nächst höhere Liga bzw. die 1. Wiener Klasse A. „Wir dominieren diese Saison und sind Ranglistenerster vor Ober St. Veit. Wenn wir diese Form beibehalten könnten wir es schaffen, den Club ein ganzes Stück weiterzubringen“, sagt Radoslav Jovanović.

Wie entschieden der sympathische Trainer aus Serbien darin ist, den Club zum Erfolg zu führen, bezeugt auch die Tatsache, dass er in seinem Notizbuch akribisch über die Trainings, die Form der Spieler, ihre Fehler und Erfolge Buch führt. „Ich habe gerne alles Schwarz auf Weiß, dann kenne ich mich besser aus und treffe vor einem Spiel leichter Entscheidungen über die Aufstellung“, erklärt Jovanović. „Meine Spieler leben nicht vom Fußball, sondern alle haben ihre Arbeit und ihre Familie. Ich sage ihnen immer: An erster Stelle sollen Familie und Arbeit stehen, dann kommt der Fußball“, sagt Jovanović.

Aber obwohl es sich um Hobbyfußball handelt, nehmen Jovanović, Dubravac und der Sportdirektor Mujo Duraković ihre Verantwortung im Club sehr ernst. Seitdem Jovanović den Trainersessel des FC BiH eingenommen hat, hat die Mannschaft in diesem Herbst geglänzt, was auch die hervorragende Torstatistik des Teams zeigt (30:12 bis zum Redaktionsschluss). Der wichtigste Goalgetter der Mannschaft, Damir Duraković, hat bis zum Redaktionsschluss der 16 Treffer gelandet, womit er, gefolgt von Semir  Kovačević, einem anderen Stürmer des Clubs, auch die Torschützenliste der zweiten Wiener Klasse anführt. Er hat in nur zehn Spielen sieben Treffer erzielt. „Es ist gut, wir sind wirklich hervorragend in die Saison gestartet und ich habe keinen Zweifel, dass wir die ganze Geschichte am Ende auch mit dem ersten Platz abrunden werden“, fügt Dubravac hinzu.

Echte bosnische Atmosphäre

Unser Club ist mehr als ein Club, denn er ist gleichzeitig für uns alle und für unsere Familien da“, sagt Clubpräsident Dubravac. „Wir organisieren regelmäßig Feiern, Geburtstage und verschiedene Zusammenkünfte. Oft bringen die Spieler ihre Freundinnen und andere Familienmitglieder mit. Unsere Gegner wundern sich bei den Spielen immer über uns, denn wir mobilisieren oft viele Fans, Sympathisanten und Leute aus unserer Region. Natürlich wird auch mal ein Lamm geröstet, um bei einem österreichischen Spiel eine bosnische Atmosphäre zu schaffen“, fügt Dubravac mit einem Lachen hinzu.

Außer der Kampfmannscahft gibt es auch eine Ersatzmannschaft, die parallel in der zweiten Klasse spielt. Darin mischen sich junge Spieler, die sich um einen Platz im ersten Team bewerben, mit älteren, die nicht mehr in der ersten Mannschaft spielen können. „Ich habe zwei, drei Spieler im Auge. Man wird sehen. Junge und talentierte Spieler sind uns immer willkommen. Wir suchen immer Talente, und Burschen können sich sehr gerne bei uns im Club melden oder zu einem Training kommen“, sagt Jovanović.

Petar Rosandić / KOSMO

www.fc-bih.at

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