PANORAMA 19.08.2014

Ex-General Gotovina gibt Afrikanern in Kroatien Arbeit

Seitdem er vom Tribunal in Den Haag von allen Anschuldigungen für jegliche Kriegsverbrechen im Kroatien-Krieg freigesprochen wurde, betreibt der ehemalige kroatische General Ante Gotovina in Biograd eine eigene Thunfischfarm.

Dass der ehemalige General auf dieser auch Staatsbürger von afrikanischen Staaten beschäftigt, sorgt nun für großes Interesse der kroatischen Medien. So veröffentlichte das Blatt „24 sata“ eine Geschichte über Prince Sony (29) aus Nigeria und Miller Rivers Djiofack Ngugensi (29) aus Kamerun, die beide auf der Thunfischfarm von Gotovina beschäftigt sind.

"Šime" aus Nigeria und "Mile" aus Kamerun

„Ich habe Nigeria wegen den dortigen Glaubenskonflikte verlassen müssen. Jetzt bin ich froh, dass ich bei Ante arbeiten kann. Er ist sehr fürsorglich und fragt uns immer, ob wir etwas brauchen und ob alles okay ist“, sagt Prince über seine Arbeit auf der Farm. Mittlerweile können die beiden auch gut Kroatisch. „Wir werden immer besser. In Dalmatien reden die Leuten schon anders und ich musste mich am Anfang an den für mich neuen Dialekt gewöhnen“, so Miller.

Als lustiges Detail hebt "24 sata" hervor, dass sowohl Prince als auch Miller in ihrer Arbeit kroatische Spitznamen bekommen haben. "Ich heiße Miller und da gaben mir die anderen Arbeiter auf der Farm gleich den Namen Mile. Prince hingegen nennen sie Šime", erklärt der Nigerianer, der auch die "Gesellschaft der Afrikaner Kroatiens" gegründet hat.

Freispruch in Den Haag

Während der ehemalige General in Kroatien wegen der Befreiung des Landes und der Militäraktion "Sturm" im Heimatkrieg als Nationalheld gefeiert wird, sorgte der Freispruch des Haager Tribunals im Jahr 2012 in Serbien für Entsetzen. Gotovina war zuvor angeklagt als Befehlshaber der kroatischen Truppen Kriegsverbrechenen gegen Serben befohlen zu haben.

Nachdem er am 15. April 2011 vom Tribunal zuerst zu einer Hafstrafe von 24 Jahren verurteilt wurde, erreichte er mit seiner Berufung am 16. November 2012 einen Freispruch in allen Anklagepunkten.

KOSMO-Redaktion

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