GESUNDHEIT 18.09.2013

Ernährungsgewohnheiten der Österreicher

© istockphoto.com
Wer meint, dass bei den meisten Österreichern hauptsächlich Wiener-Schnitzel, Pommes und Co. auf den Tisch kommen, irrt. Beim Einkaufen wird mittlerweile bewusst zu regionalen Produkten gegriffen, und auch Bio-Lebensmittel sind beliebter denn je.


Bewusster zugreifen

Auf Bauernmärkten kann sich der Konsument noch sicher sein, dass die angebotenen Waren aus der umliegenden Region stammen. Doch im Supermarkt finden sich heutzutage immer weniger Produkte aus Österreich. Das macht sich vor allem in der Obst- und Gemüseabteilung bemerkbar: Hier liegen Zwetschgen aus Polen, Erdbeeren aus Spanien und daneben stapeln sich Salatköpfe aus Italien. Viele Personen greifen vor allem aus Angst vor Pestiziden zu herkömmlichen Produkten. Doch regionale Waren haben noch mehr Vorteile für die Konsumenten: Sie sind geschmacklich besser, da sie nicht unreif verschifft wurden und sie sind frischer, da die Transportstrecke zwischen Erzeuger und Vertreiber kürzer ist. Auch die Umweltbelastung durch den CO2-Ausstoß wird durch den kürzeren Transportweg dementsprechend verringert. Acht von zehn Österreichern achten mittlerweile insbesondere bei Obst, Gemüse und Eiern auf die Herkunft und Erzeugung. Selbst wenn das heimische Produkt teurer ist, greifen beinahe 80 Prozent trotzdem zu.

Warum Bio-Nahrung boomt

Die Entscheidung für oder gegen Bio-Lebensmittel ist zumeist eine Kostenfrage, denn Bio-Produkte sind teurer als günstige Diskont-Waren. Trotz der preislichen Hemmschwelle kaufen beinahe neun von zehn Österreichern regelmäßig Bio-Lebensmittel. Vor allem bei Kindernahrung ist die biologische Alternative beliebt, schließlich wollen Eltern nur das Beste für den Nachwuchs. „Bio“ bedeutet, dass die Produkte aus einer ökologischen Landwirtschaft und Erzeugung stammen. Es werden daher nur bestimmte Pestizide bei der Erzeugung zugelassen und auf Gentechnik wird verzichtet. Zudem stehen die artgerechte Haltung der Nutztiere und die Schonung des Grundwassers im Vordergrund. Der Großteil der Österreicher ist davon überzeugt der eigenen Gesundheit mit Bio-Produkten etwas Gutes zu tun.

Schnitzel, Pasta oder Salat?

Die Nationalgerichte unseres Nachbarlandes Italien erfreuen auch die österreichischen Gaumen. Internetanalysen, die das Kaufverhalten der Österreicher bei Bestellservice-Anbietern untersucht haben- wie jene, die 2009 vom Internetportal marketagent.com durchgeführt wurde- zeigen, dass bereits seit langem Pizza, Pasta und Co. beliebter sind als Wiener Schnitzel und Kaiserschmarren.

Laut Studien noch immer zu fettig und salzig ernähren – beinahe zwei Teelöffel Salz pro Tag nimmt jeder zweite zu sich. Dabei gilt eine Menge über zehn Gramm am Tag als gesundheitlich bedenklich. Auch die eigentlich notwendigen 800 Gramm an Obst und Gemüse konsumieren die wenigsten.

Dennoch hat sich in den letzten Jahren viel in Richtung bewusster Ernährung getan. So führt das österreichische Trinkwasser die Liste der beliebtesten Getränke an. Über die Hälfte der Österreicher versucht zumindest, regelmäßig Obst und Gemüse zu essen. Außerdem greifen immer mehr beim Frühstück zu gesunden Vollkornweckerl anstatt zur geliebten Semmel. Eine wachsende Zahl bemüht sich zudem, öfter Fisch und Meeresfrüchte sowie vegetarische Gerichte in den Speiseplan aufzunehmen. Dadurch soll der hohe jährliche Fleischkonsum,  der bei etwa 70 Kilogramm pro Kopf liegt, gesenkt werden. Auch fettreduzierte Produkte werden mittlerweile lieber konsumiert als kritisch beäugt.

Essen bestellen statt zubereiten?

Ein Großteil der Österreicher versucht auf Fertiggerichte zu verzichten, und stattdessen frisch zu kochen. Doch telefonische und online Bestellungen gehören auch zum Österreichischen Alltag. Vor allem, wenn die Mittagspause naht, oder bei schlechtem Wetter werden Speisen vermehrt telefonisch oder online bestellt. Mit Suchanfragen wie Pizza Graz bei mjam verzeichnet das Portal sogar 100.000 Bestellungen im Monat. Man schätzt, dass in Österreich sogar 20-25 Prozent Essensbestellungen bei Portalen wie lieferservice.at mit mehr als 800 Lieferdiensten oder netkellner.at online erfolgen. Dabei achtet der durchschnittliche Österreicher auf die Qualität des entsprechenden Lieferdienstes: Bei fast jeden Online-Portal ist es möglich eine Bewertung abzugeben.

Projekte zur Förderung der bewussten Ernährung

Dass eine werdende Mutter für zwei essen muss ist ein weitverbreiteter Irrglaube. Nimmt eine Schwangere ein zu hohes Maß an ungesunden Lebensmitteln zu sich, wirkt sich das auch negativ auf das ungeborene Kind aus. Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen können die Folge sein. Das österreichische Projekt Richtig essen von Anfang an informiert aus diesen Gründen über richtige und gesunde Ernährung von der Schwangerschaft bis zum Kindesalter.

Das Projekt Wiener Jause startete im Wiener Gemeindebezirk Brigittenau im Schuljahr 2010/11 und klärt Schulkinder darüber auf, wie wichtig eine gesunde Jause für einen klaren Kopf ist. Das Ziel des Projektes ist, ein stärkeres Bewusstsein für gesunde Ernährung bereits in jungen Jahren zu schaffen.

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