POLITIK 11.08.2014

Erdogan-Unterstützung aus Bosnien

© zVg.
Per Video-Schaltung nahm der Bakir Izetbegović, Vertreter des Staatspräsidium von Bosnien-Herzegowina, an der abschließenden Wahlveranstaltung von Recep Tayyip Erdoğan teil. Kritik gab es vom Präsidenten der bosnisch-serbischen Teilrepubilk, Milorad Dodik.


In einer viel beachteten Rede drückte Bakir Izetbegović, Vertreter des Staatspräsidiums von Bosnien-Herzegowina, dem umstrittenen türkischen Regierungschef Erdoğan seine Unterstützung für die Präsidentschaftswahlen aus. Per Video-Übertragung ließ sich der bosnische Politiker am Samstag zur abschließenden Wahlveranstaltung von Erdoğan schalten.

Erdogan habe „den Muslimen der Welt den Stolz und die Würde wiedergegeben“, hieß es in der Rede von Izetbegović. „Dein Sieg ist unser Sieg. In Kairo, Bosnien-Herzegowien und der ganzen islamischen Welt beten Millionen von Menschen für deine Gesundheit und deinen Erfolg. Du wirst morgen gewinnen und zum endgültigen Sieg kommen“, sagte Izetbegović, der Erdogan als „unseren Anführer“ bezeichnete. Zeitgleich war im Rahmen dieser Live-Schaltung in der bosnischen Stadt Visoko ein Buch über Erdoğan präsentiert worden.

Kritik von Dodik

Erdoğan bekräftigte in seiner Antwort das gute Verhältnis der Türkei mit Bosnien und den Bosniaken und richtete ihnen aus, friedlich mit den Serben und Kroaten zusammenzuleben.

In einer Reaktion bezeichnete Milorad Dodik, Präsidenten des bosnisch-serbischen Staatsteils Republika Srpska, Izetbegović als Opportunisten, der sich bei der türkischen Führung einschmeicheln wolle. „Das zeigt, das Sarajevo kein Vertrauen in die Republika Srpska hat und sich der Türkei annähern möchte“, so Dodik, der sich selbst in der Vergangenheit häufig für eine Ablösung der Republika Srpska von Bosnien-Herzegowina und einen Anschluss an Serbien ausgesprochen hatte.

Beobachter sehen die Wortmeldungen beider Seiten als Positionierung für die landesweiten Wahlen in Bosnien-Herzegowina im kommenden Oktober. Die Haltung zu den außenpolitischen Beziehungen sei somit eher als innenpolitisches Signal zu werten.

KOSMO-Redaktion

Wahlaufruf für Bosnier im Ausland

Neue Arbeiterproteste in Tuzla

Antisemitische Angriffe gegen bosnischen Rapper

Aktuelle Ausgabe

Aktuelle Ausgabe als PDF zum Nachlesen

COVER STORY:
Österreichs Beschützer
INTERVIEW:
Rap-Legende Juice
REPORTAGE:
Teure Geburstage

Zusendung

Lassen Sie sich KOSMO bequem nach Hause zusenden! Versandkostenbeitrag nur 11,- EUR (10 Ausgaben).
Zum Bestellformular

Facebook