POLITIK 10.06.2015

Dodik nimmt nicht an Srebrenica-Gedenken teil

© zVg.
Nachdem Milorad Dodik, Präsident des Landesteils Republika Srpska, zuletzt einen neuen Kurs in der Aufarbeitung der Ereignisse der 1990er Jahre eingeschlagen hatte, kam nun die Kehrtwende.

Der bevorstehende 20. Jahrestag des Srebrenica-Massakers sorgt für Aufregung in Bosnien-Herzegowina und Serbien. Im vergangenen April hatte Milorad Dodik, Präsident des Landesteils Republika Srpska, erstmals einen Besuch in der Srebrenica-Gedenkstätte in Potočari absolviert und sich mit dem Bürgermeister von Srebrenica getroffen. Damals hatte Dodik von einem „riesigen Verbrechen“ gesprochen, das dort begangen worden war (siehe KOSMO-Bericht). Nun erklärte er, dass er nicht an der Gedenkfeier zum 20. Jahrestag des Srebrenica-Massakers teilnehmen werde.

Politisch instrumentalisiert


Srebrenica sei nur aus politischen Gründen zum Völkermord erklärt worden, sagte Dodik laut einem Bericht der serbischen Presseagentur Beta. Mit seiner Anwesenheit bei den Feierlichkeiten wolle er diese Auslegung nicht weiter legitimieren, so Dodik. „Ich kann einen solchen Standpunkt nicht legitimieren“, erklärte Dodik bei seinem gestrigen Besuch in der politikwissenschaftlichen Fakultät in Belgrad. Dodik forderte eine internationale Kommission, die die Ereignisse in Srebrenica aufklären sollte. Die Zahl der Getöteten sei überdies manipuliert gewesen.

Derzeit bemüht sich Großbritannien mit Unterstützung der USA und Niederlande um eine UN-Resolution, die den 11. Juli zum Internationalen Völkermord-Gedenktag erklären soll (siehe KOSMO-Bericht).

KOSMO-Redaktion

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