INTERVIEW: BOJANA STAMENOV 01.04.2015

Die serbische Adele

© Slobodan Sarić
Bojana Stamenov wird Serbien mit dem Lied „Ceo svet je moj“ („Die ganze Welt gehört mir“) beim Song Contest in Wien vertreten. Wir trafen sie vorab zum Interview.


KOSMO: Da du am Song Contest teilnimmst, muss ich dich zuerst fragen: Gehört dir jetzt die Welt?

Bojana Stamenov: Im Moment fühle ich mich großartig, es bleibt noch ein Teil der Welt zu erobern, aber jetzt ist das Wichtigste, dass ich mich auf den Auftritt gut vorbereite, damit ich das Publikum mit meiner Stimme und dem schönen Lied erobere.

Der Song Contest ist im Mai, wie laufen die Vorbereitungen?

Die Vorbereitungen laufen nach Plan. Langsam, aber sicher bereiten wir uns auf den Auftritt in Wien vor. Wir entscheiden, ob wir das Lied auf Englisch oder auf Serbisch vortragen, wer der Designer für das Kleid, der Choreograf sein wird etc. Die kleinen Sorgen halt. Neben Interviews, Fotoshootings und Studioterminen versuche ich, Zeit für meine Familie und Freunde zu finden.

Wie sehr hat sich in deinem Leben durch diesen großen Sieg in der Sendung „Countdown für Wien“ verändert?

In meinem Leben hat sich nicht viel verändert, nur einige Kleinigkeiten wie zum Beispiel Kinder, die mich auf der Straße erkennen und um ein Autogramm oder ein gemeinsames Foto bitten. Das ist sehr süß und wunderschön.

Wird dies dein erster Besuch in der österreichischen Hauptstadt sein?

Ja, ich werde Wien auf die schönste Weise kennenlernen, die es gibt. Eine solche Gelegenheit hat nicht jeder, das müssen Sie zugeben. Wenn ich in ein paar Jahren zurückblicke, hoffe ich, dass es mir in guter Erinnerung bleiben wird, voller Erfolge und Freude.

Dein erster Auftritt in der Sendung „Ich habe Talent“ hat dir aufgrund deiner Interpretation von Adeles „Rolling in the deep“, aber auch wegen deiner Figur den Spitznamen Adele eingebracht. Das schmeichelt sicher...

Natürlich schmeichelt mir der Vergleich mit einer der besten Sängerinnen unserer Zeit und der Gewinnerin so vieler Musikpreise. Wenn wir den Vergleich und den ersten Eindruck beiseite lassen, versuche ich immer, jeder Interpretation meinen Stempel aufzudrücken, denn am Ende unterscheidet Sie das von den übrigen Vortragenden und gibt Ihnen etwas Typisches. Ich glaube, da gehe ich in die richtige Richtung.

Adele und du, ihr habt in dieser Welt, in dem Schlankheit als Schönheitsideal gilt, neben der fantastischen Stimme auch eine Figur mit ausgeprägten Rundungen gemeinsam. Wie stehst du zu dieser Frage?


Schönheit kommt tatsächlich von innen, und solange du selbst mit deinem Aussehen kein Problem hast, haben es die anderen auch nicht. In meinem Beruf hat sich gezeigt, dass die Leute doch mehr zuhören, als dass sie die Musik und die Vortragenden anschauen. Letztendlich behalten sie mich gleichermaßen wegen der Stimme und wegen der Statur in Erinnerung.

Bist du wegen deiner „volleren“ Figur schon einmal irgendwie diskriminiert worden?

Nein, soweit ich weiß, nicht. Ich habe oft erlebt, dass mich Leute ansprechen und mir Ratschläge geben, wie ich abnehmen kann. Denen höre ich brav zu und nicke mit dem Kopf, aber ich mache so weiter wie bisher. Ich merke mir alle Ratschläge, wer weiß, wann ich sie einmal brauchen kann.

Du bist heute eine selbstbewusste und talentierte junge Frau. Was würdest du den Mädchen und jungen Frauen empfehlen, die sich mit dem Zählen ihrer Kilos belasten?


Wenn die Gesundheit darunter leidet, nehmt ab! Und wenn ihr euch wirklich zu diesem Schritt entschließt, macht es langsam und mit Unterstützung eurer Familie und eurer Freunde, vor allem eurer Familie. Aber wenn ihr euch wohlfühlt und beweglich seid, dann lernt, euch zu mögen, wie ihr seid. Dann werden euch auch die anderen mögen.

Interview: Sandra Radovanović / KOSMO


STECKBRIEF: BOJANA STAMENOV
Geboren: 24. Juni 1986
Ausbildung: Musikmittelschule – drei Sektoren: Gitarre, Flöte, Renaissancegesang
Beruf: Sängerin
Größter Erfolg: Sieg bei der nationalen Ausscheidung für ein „Lied für die Eurovision“
Größte Unterstützer: Familie und Freunde
Idol: Ich habe keine Idole. Es gibt Menschen, deren Arbeit ich respektiere, mag und schätze, und davon gibt es viele... aber ein Idol? Nein... Selbst die Bibel sagt, man soll keine Idole haben.
Motto: „Böse Menschen haben keine Lieder.“

Rock me, Rambo Amadeus!

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