MAGAZIN 08.06.2015

Die geheimen Helden Österreichs

© Peter Provaznik (KOSMO)
Sie beschützen uns vor Terrorismus, sie retten Leben und sie greifen ein bei Fällen von schlimmer häuslicher Gewalt: Cobra, Wega und die Alpinpolizei sind Einheiten, auf die man im österreichischen Innenministerium besonders stolz ist.

In der aktuellen KOSMO-Ausgabe porträtieren wir die Alpinpolizei sowie die COBRA- und WEGA-Jungs mit den Masken, da sie aufgrund ihrer Tätigkeit anonym bleiben müssen. Im Mai war KOSMO bei Übungen in der Steiermark und in Niederösterreich dabei: In unserer Print-Ausgabe gibt es exklusive Fotos. Einige davon könnt ihr auch in unserer Galerie sehen.

1. EKO COBRA: Der Papst, Putin und Obama vertrauen ihnen

Das Einsatzkommando Cobra ist die elitärste und wichtigste polizeiliche Sondereinheit in Österreich. In Zeiten wo Europa immer wieder von Terroranschlägen bedroht wird, wird die Cobra von Jahr zu Jahr wichtiger: Alleine im letzten Jahr hatte die Einheit 10.003 Einsätze, um 15 Prozent mehr als im Vorjahr.

Zum Alltagsgeschäft der 682 Cobra-Mitglieder gehören unter anderem Verhaftungen von Mafiabossen und Extremisten, aber auch Verhandlungen mit Geiselnehmern. Zu den Aufgaben gehört ebenso das Beschützen hoher Gäste, die sich in Österreich aufhalten. „Abgesehen vom Terrorismus gehört der Personenschutz zu einen unserer wichtigeren Aufgaben“, sagt COBRA-Chef Bernhard Treibenreif, als wir ihn im Hauptsitz der Cobra in Wiener Neustadt besuchen. „Fragen sie mich lieber, wen wir nicht beschützt haben. Unsere Burschen waren unter anderem für die Sicherheit von Putin, Bush und Obama zuständig, als diese in Österreich zu Besuch waren“, so Treibenreif.

Die Cobra kann innerhalb von 70 Minuten mit einem eigenen Team an jedem Brennpunkt in Österreich gelangen. Abgesehen von der Hauptzentrale in Wiener Neustadt, bestehen noch Standorte in Wien, Graz, Linz und Innsbruck. Im Jahr 2018 wird die Cobra übrigens 40 Jahre alt.

2. WEGA: „Jeder Tag ist anders“

Wenn es in der Bundeshauptstadt Wien einen Einsatz mit erhöhtem Gefährdungsgrad und hohem Risiko gibt, dann läuten die Alarmglocken in der Zentrale der WEGA (Wiener Einsatzgruppe Alarmabteilung). Die 250 durchtrainierten Mitglieder, die sowohl physisch als auch psychisch ständig in einer ausgezeichneten Verfassung bleiben müssen, übernehmen gefährliche Hausdurchsuchungen, Fälle von schwerer häuslicher Gewalt, riskante Fußballspiele, aber auch die Bewachung von    Massendemonstrationen. „Unsere Aufgabe beginnt dort, wo sich erahnen lässt, dass der reguläre Bezirksinspektor überfordert sein könnte. Gleichzeitig unterscheiden wir uns von der Cobra dadurch, dass wir keine anti-terroristische Komponente haben und auch bei Fällen von z.B. häuslicher Gewalt eingreifen. Natürlich stehen wir aber immer in engen Kontakt zur Cobra“, sagt WEGA-Chef Ernst Albrecht.

Dass die WEGA-Beamten nie wissen, was sie an einem Arbeitstag erwartet, bestätigt uns auch ein Wega-Mitglied, welches aufgrund seiner Tätigkeit anonym bleiben will. „Ich bin mittlerweile zehn Jahre bei der WEGA und man kann nie erahnen, wie ein Tag wird. Am schlimmsten ist es für meine Kollegen und mich, wenn Kinder im Spiel sind oder Opfer von Gewalt werden. Das nimmt einen schon mit“, sagt der WEGA-Beamte zu KOSMO.

3. Alpinpolizei: Der Berg ruft

Als Alpenland hat Österreich auch eine eigene Einheit, die mit der Durchführung von Exekutivmaßnahmen im alpinen Gelände betraut ist. Jährlich ereignen sich in Österreich durchschnittlich mehr als 7.600 Unfälle, die bei Trendsportarten wie Schifahren, Klettern, Langlaufen oder Paragleiten passieren. Bei einer Übung in der Steiermark simulieren die Alpinpolizisten für KOSMO eine Bergung von verletzten Kletterern. „Die Rettung von Verletzten und deren Leben gehört zu unserem Job und kommt sehr oft vor. Es ist das Zusammenspiel von Kräften vor Ort und Kräften aus der Luft, die mit dem Helikopter kommen“, erklärt uns Major Michael Hochgerner.

Auf die Frage, was einen guten Alpinpolizisten ausmacht, findet Hochgerner schnell eine Antwort: „Nie Suchaktionen zu früh abbrechen, nie die Geduld und die Hoffnung verlieren. Immer weitersuchen“. Dabei erzählt er uns von einem Fall in welchem er nach vier Tagen einen verletzten Wanderer finden konnte. „Das war natürlich ein schönes Erlebnis. Wenn der Mensch irgendwo noch Wasser hat, kann er in manchen Fällen lange aushalten, bevor ein Rettungsteam eintrifft. Schlimm ist es aber, wenn wir vollkommen zerschmetterte Leichen sehen, aber auch das ist leider Teil unseres Jobs“, fügt er hinzu. Von den 7.600 Unfällen passiert die Hälfte in Tirol: In vielen Fällen retten die 23 Einsatzgruppen österreichweit mit insgesamt 465 Beamten die Leben der Unfallopfer und sorgen somit für ein „Happy end“.

Petar Rosandić / KOSMO-Redaktion

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