05.02.2015

Der Stolz des österreichischen Handballs

© KOSMO / Radule Božinović
Marina, Martina und Mirela sind der Stolz der österreichischen Handballnationalmannschaft. Unser Reporter bringt Ihnen ein Porträt dieser drei vielversprechenden Handballerinnen, die für den niederösterreichischen Club HYPO NÖ spielen.


Marina Budečević: „Gekommen, um zu bleiben“

Geboren: 25.11.1982 in Sremska Mitrovica (Serbien)
Position: rechte Außenverteidigerin
Club: Hypo NÖ
Einsätze für die österreichische Nationalmannschaft: 100
Lieblingsmusik: Volksmusik

Mit 15 Jahren kam Marina Budečević aus Sremska Mitrovica nach Österreich, um ihre Tante im niederösterreichischen Mödling zu besuchen. Dieser touristische Besuch, der eigentlich nur einige Wochen dauern sollte, verdankt seine Verlängerung ihrem Handballtalent: Im Training mit der damaligen Mannschaft der HYPO NÖ begeisterte sie die Trainer sofort - 17 Jahre später ist sie noch immer in Österreich.

„Ich bin froh, dass ich noch heute – mit 32 Jahren – für die Nationalmannschaft spielen kann. Österreich hat mir Türen geöffnet, ich habe drei Weltmeisterschaften und drei Europameisterschaften gespielt, und mit der Hypo habe ich auch viele Auf- und Abstiege erlebt. Dies ist meine neue Heimat.“, sagt die Handballerin, die einen Teil ihrer Karriere auch in den skandinavischen Ländern verbrachte. „Die letzten zwei Jahre war ich bei Wiener Neustadt Spielertrainerin. Die Trainerarbeit interessiert mich immer mehr und damit möchte ich auch nach meiner Spielerkarriere weitermachen“, erklärt diese erfahrene Handballerin.

Martina Goričanec: „Sport liegt mir in den Genen“

Geboren: 19.9.1993 in Feldkirch, Österreich
Position: Linke Außenverteidigerin
Club: Hypo NÖ
Einsätze für die österreichische Nationalmannschaft: 45
Lieblingsmusik: „Ich höre kroatische Unterhaltungsmusik, vor allem dalmatinische wie Oliver und Gibonni. Manchmal höre ich – unter dem Einfluss meiner Kolleginnen - auch Volksmusik.“

Martina Goričanec, deren Familie aus dem kroatischen Valpovo stammt, spielt schon seit ihrer Kindheit Handball. „Meine Mutter hat diesen Sport auch betrieben und zwei meiner Schwestern spielen auch regelmäßig Handball. Wir sind absolut eine Handballer-Familie. Wenn wir zu einem Familienessen zusammenkommen, ist von vorneherein klar, was das Hauptthema ist“, sagt Goričanec, die sich gerade für ein Wirtschaftsstudium an der Wiener Universität eingeschrieben hat.

Als junges und ehrgeiziges Mädchen ist sie schon mit 14 Jahren von Feldkirch nach Wien übersiedelt, wo sie anfing, bei der HYPO NÖ zu spielen. „Für mich ist es eine große Ehre, für die Nationalmannschaft zu spielen. Ich freue mich, dass auch die Herrenmannschaft so einen großen Erfolg bei der Weltmeisterschaft in Katar feiern konnte“, fügt Martina hinzu. „Auch, wenn ich mich jetzt für ein Studium eingeschrieben habe, steht nach wie vor alles im Zeichen des Handballs. Ich habe wenig Freizeit, aber auch, wenn ich welche habe, nutze ich sie wiederum für den Sport.“, sagt Martina.

Mirela Dedić: „Ich liebe meine Mannschaft“

Geboren:
15.2.1991 in Geburtsort: Bruck an der Mur
Position: Linke Außenspielerin
Club: Hypo NÖ
Einsätze für die österreichische Nationalmannschaft: 19

Im Handballverein ihrer Geburtsstadt Bruck war Mirela bereits als Teenager der Star des Teams. Begabt, energisch und effizient sowohl im Angriff wie auch in der Verteidigung, übernahm Mirela schon früh für ihre Mannschaft auf dem Spielfeld die Verantwortung.

Aber als der Handballclub Bruck aufgelöst wurde, zögerte die Hypo nicht lange, sondern schickte der Handballerin eine Einladung zu einem Probetraining. „Nach dem Training wurde ich sofort genommen, obwohl die Hypo damals schon eine sehr starke Mannschaft und viele brasilianische Stars in ihren Reihen hatte. Und ich bin bis heute dabeigeblieben“, sagt die junge Handballerin.

Genau wie die anderen Mädchen lebt auch sie nicht nur vom Handball, sondern arbeitet auch als Managerin bei der EVN, dem bekannten Energieversorger. Wenn sie ein wenig Zeit findet, geht sie gerne mit ein paar Kolleginnen aus ihrer Mannschaft im 16. Bezirk aus. „Ich gehe oft ins Palazzo. Wenn wir ein Turnier gewinnen, feiern wir am liebsten bei Volksmusik. Manchmal gehen wir auch ins Viva. Unsere Clubs sind einfach die besten. Man weiß ja: Der Balkan ist einfach der Balkan“, schließt Dedić.

Petar Rosandić / KOSMO


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