INTERVIEW 30.01.2014

Der Larry King von Wien

© KOSMO / Radule Božinović
KOSMO traf Boban „Pišta“ Buligović, das Gesicht der Okto-Sendung „Ex-Yu in Wien“ zum Gespräch. Eine der kultigsten Figuren der Wiener Balkanszene ganz privat.


Sein unverwechselbarer Schmäh, seine witzigen Reportagen und seine extravagante Frisur machten Boban „Pišta“ Buligović (41) unter den Ex-Jugoslawen in Österreich bekannt. Die von ihm gegründete Sendung „Ex-Yu in Wien“ auf Okto hat mittlerweile Kultstatus in der Community: Wir trafen den Larry King der Wiener Balkanszene in seinem Heimatbezirk Fünfhaus.

KOSMO: Du bist eines der bekanntesten Gesichter auf OKTO. Seit zehn Jahren gibt es deine Sendung „Ex-Yu in Wien“. Wie erklärst Du dir den Erfolg der Sendung?

Pista: Einerseits liegt es wahrscheinlich daran, dass ich der erste war, der für Ex-Jugoslawen eine Sendung auf  OKTO gestartet hat. Heute gibt es unzählige Sendungen für diese Migrantengruppe, aber unsere Popularität lässt nicht nach. Ich glaube unser Erfolgsgeheimnis liegt darin, dass wir unseren Balkanesen tatsächlich am nächsten sind. Die Menschen merken einfach, dass ich mich nicht verstelle. Genauso wie ich privat bin, bin ich auch vor der Kamera. Es gibt da keinen Unterschied.

Du erweckst bei deinen Reportagen aus den „Jugo-Clubs“ oft den Eindruck, dass du genauso viel Spaß hast wie das Publikum…

Ja, das ist vielleicht auch ein Geheimnis für den Erfolg. Ich liebe es auf Konzerte zu gehen, schnelle Autos zu fahren, mit meinen Leuten zu spaßen und gut zu essen. Ich mag es einfach mit jungen Leuten unterwegs zu sein und die Atmosphäre zu spüren. Deswegen sind unsere Reportagen so lebendig.

Erzähl uns doch wie alles angefangen hat. Wie kamst Du auf die Idee eine Sendung auf OKTO zu starten?

Wie alles in meinem Leben, war auch die Entstehung dieser Sendung reiner Zufall. Meine Frau, die in der Volkshilfe arbeitet, hat ein großes Event organisiert und lernte dabei die Leute kennen, die gerade zu der Zeit OKTO TV aufbauten. Sie hatte die Idee einige kulturellen Events und Projekte bei OKTO TV in einer Sendung vorzustellen. Ich hatte jedoch die Vision von "Ex-Yu in Wien". Amina Handke, die Tochter vom bekannten österreichischen Literaten Peter Handke, hat mir am Anfang sehr viel geholfen und ich bin ihr noch immer dankbar. Ich machte bei OKTO einen Kurs und innerhalb von nicht einmal einem Monat war die erste „Ex-Yu in Wien“-Sendung im Programm. Es ging alles sehr, sehr schnell.

Du wirst ja in Wien ständig auf der Straße erkannt. Geht Dir das eigentlich auf die Nerven?

Nein. Ich war vor meiner Moderator-Zeit schon Musiker. Da war es auch schon wichtig Kontakt mit dem Publikum zu pflegen. Gut, ab und zu passiert es schon nach 3-4 Drehs, dass die Leute besoffen auf mich zugehen, mich umarmen und unbedingt mit mir was trinken wollen. Aber das gehört zu diesem Geschäft dazu.

Sprechen Dich manchmal auch Österreicher an? Immerhin bist du ja jede Woche auf dem TV-Bildschirm zu sehen…

Ja, das kommt schon vor. Am spannendsten war aber die Reaktion eines Österreichers, als ich in der Therme in Oberlaa mit meiner Familie war. Obwohl ich im Wasser war, erkannte er mich sofort, weil ich wahrscheinlich die verrückteste Frisur in der ganzen Stadt habe. Dann erklärte er mir, dass er durch unsere Sendung viel besser die Mentalität unserer Leute versteht. Die Sendung hat ihn scheinbar dazu gebracht sich mit der Ex-Yu Community in Wien auseinanderzusetzen. Er sagte, dass er jetzt öfter in unseren Lokalen und Restaurants zu Besuch ist. Da war ich natürlich baff. Das war schon ein tolles Gefühl.

Wie geht es Dir mit deiner Familie? Du hast ja zwei Kinder, soweit ich weiß…

Ich bin überglücklich mit meiner Frau und meinen zwei wundervollen Kindern. Meine Tochter ist jetzt 13 und eine richtige Vollblutmusikerin. Ich kann stolz sagen, dass sie bei Deutschland sucht den Superstar (DSDS) von 40.000 Kindern unter die besten 30 kam. Da war ich natürlich ein stolzer Papa, keine Frage. Aber ebenso bin ich auch auf meinen 9-jährigen Sohn stolz. Er ist – genauso wie seine Mutter es war – ein ausgezeichneter Schüler.

Du kommst ja aus der Vojvodina (Serbien), genauer gesagt aus Sombor. Wie ist deine Beziehung zu deinem Heimatort?

Ich hab nur gute Erinnerungen an Sombor. Die ersten 18 Jahre meines Lebens waren wundervoll und ich besuche meine Familie und meine Freunde dort alle 2-3 Monate. Wenn es aber um das Berufliche geht, dann wäre mir Sombor wohl zu klein. Wien ist doch eine Großstadt mit viel Action, viel Events und viel kulturellem Leben. Ich fühle mich hier sehr wohl. 

Gibt es einen Traum, den Du dir noch nicht erfüllt hast?

Ja, klar… Ich will bei den Euromillionen gewinnen (lacht). 


Interview: Petar Rosandić / KOSMO

Webseite der Sendunng "Ex-Yu in Wien": http://www.exyuinwien.at/

Mehr aus der COMMUNITY

Aktuelle Ausgabe

Aktuelle Ausgabe als PDF zum Nachlesen

COVER STORY:
Österreichs Beschützer
INTERVIEW:
Rap-Legende Juice
REPORTAGE:
Teure Geburstage

Zusendung

Lassen Sie sich KOSMO bequem nach Hause zusenden! Versandkostenbeitrag nur 11,- EUR (10 Ausgaben).
Zum Bestellformular

Facebook