INTERVIEW 29.01.2015

„Der Einzelne kann viel bewirken“

© KOSMO
Mirjana Vukša kommt aus Serbien und ist Sustainability Managerin bei IKEA in Österreich. Wir sprachen mit ihr über Nachhaltigkeit, die soziale Verantwortung der Konzerne und das Umweltbewusstsein am Balkan.


KOSMO: Was bedeutet Nachhaltigkeit eigentlich?

Mirjana Vukša: Nachhaltige Entwicklung soll unseren Planeten schützen und die gleichen Bedingungen, die wir heute kennen, für zukünftige Generationen sichern. In den entwickelten Ländern wird derzeit mehr verbraucht, als unser Planet anzubieten hat. Es ist zu erwarten, dass bis 2020 mehr als 3 Milliarden Menschen den Weg aus der Armut in die mittlere Gesellschaftklasse finden, vor allem in Asien. Und sie werden logischerweise die gleichen Möglichkeiten haben wollen, wie die Menschen in den reichen Ländern. Daher braucht es Nachhaltigkeitsstrategien.

Was macht man als Sustainability Managerin bei IKEA?


In jedem Land, wo IKEA tätig ist, gibt es einen Sustainability Manager, der für die Umsetzung unserer Nachhaltigkeitsstrategie verantwortlich ist. Wir versuchen Produkte anbieten, die Menschen helfen, nachhaltiger zu leben, Wasser und Energie zu sparen und Abfall zu reduzieren. Wir investieren in die Projekte, die Anteil von erneuerbarer Energie erhöhen und versuchen Rohstoffe möglichst effizient zu nutzen. Meine Rolle ist es, meine Kolleginnen und Kollegen zu unterstützen und sicherzustellen, dass die geplanten Maßnahmen umgesetzt werden.

Wie kamen Sie zu diesem noch sehr neuen Berufsfeld?


Nach meinem BWL-Studium habe ich ein Studium für Entwicklungszusammenarbeit mit dem Fokus auf nachhaltige Entwicklung und Wirtschaftsethik absolviert. Meine Leidenschaft für das Thema hat die Entscheidung leicht gemacht. Ich bin überzeugt, dass nachhaltiges Business keine Alternative hat.

Können Sie uns etwas über die aktuelle Aktion erzählen, die Ikea in Zusammenarbeit mit dem UNHCR macht?

Für jede LEDARE LED-Lampe, die zwischen 1. Februar und 28. März verkauft wird, spenden wir 1 Euro an UNHCR. Mit den Spenden werden Solarstraßenlampen für UNHCR-Flüchtlingslager, Solarleuchten für die Zelte, aber auch Strom aus erneuerbaren Energiequellen finanziert. Unsere Aktion hilft dabei, Flüchtlingslager in Jordanien, dem Tschad, im Sudan, in Äthiopien und in Bangladesch sicherer und lebenswerter zu machen. Im Vorjahr, als diese Aktion zum ersten Mal stattgefunden hat, hat die IKEA Foundation 7,7 Millionen Euro an UNHCR gespendet. Allein aus Österreich waren das 206.566 Euro.

Sie stammen aus Serbien. Wieso gibt es am Balkan so wenig Bewusstsein für das Thema Nachhaltigkeit und Umweltschutz?


Am Balkan hat meiner Meinung nach das Umdenken noch nicht ganz stattgefunden. Die Länder haben einige Probleme, die sie lösen müssen. Viele sind der Meinung, dass das Thema Nachhaltigkeit keine Priorität hat. Es gibt einzelne, sehr gute Initiativen, die in Summe aber keine große Veränderung schaffen können. Ich glaube, wir nehmen Vieles im Leben für selbstverständlich und vergessen oft, was es heißt kein Trinkwasser, keine saubere Luft oder intakte Natur zu haben.

Was muss geschehen, damit der Nachhaltigkeits-Gedanke auch in den Balkanländern mehr Verbreitung findet?

Das, was überall sonst auch passiert ist: Man muss bei sich selbst anfangen und umdenken – und das dann auch umsetzen. Die Balkanländer haben den Vorteil, das Rad nicht neu erfinden zu müssen. Es gibt ausreichend Vorbilder für systematische Veränderungen.

Was kann der Einzelne tun, um nachhaltiger zu leben?

Immer das Gesamtbild betrachten. Mein Verhalten hat eine größere Auswirkung, als ich mir manchmal vorstellen kann. Es sind auch kleine Dinge, die wir ändern können – unnötigen Energieverbrauch minimieren, Wasser sparen, weniger Abfall produzieren, mit den Lebensmitteln bewusst umgehen, vieles zu Fuß erledigen. Unsere Erde ist unser Zuhause, aber auch in meinen vier Wänden kann ich viel bewirken.

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