PANORAMA 25.08.2014

Dentaltourismus: Serbien ist das neue Ungarn

Viele Ausländer, aber auch unsere Gastarbeiter nutzen die Urlaube und Feiertage, um ihre Zahnprobleme in Serbien behandeln zu lassen und dabei Geld zu sparen.

Einen zuverlässigen, aber nicht allzu teuren Zahnarzt zu finden, war noch nie leicht. Nun berichten aber serbische Medien, dass immer mehr Ausländer ihre Zahnarztbehandlungen während des Urlaubs oder Feiertagen in Städten wie Belgrad oder Niš vornehmen lassen. Es ist offensichtlich, dass der Hauptgrund dafür in den Preisen der zahnärztlichen Leistungen liegt, die in Serbien kaum mehr als ein Zehntel betragen.

Ein serbischer Student (Name ist der Redaktion bekannt) musste sich in Wien einen Zahn ziehen lassen und seitdem wurde die Lücke zwischen den beiden Nachbarzähnen immer größer, sodass er ein Implantat benötigte. Er wartete seine Sommerferien ab, um dieses Problem möglichst günstig zu lösen.

Fast 100 Prozent Preisunterschied

„Ich habe mich entschieden, diesen Eingriff in Serbien vornehmen zu lassen und nicht in Österreich, und zwar aus dem einfachsten und praktischsten Grund überhaupt – wegen des Preises. Der Preisunterschied ist enorm, fast 100 Prozent. Ein Implantat kostet in Serbien etwa 650 Euro, in Österreich 1.400. Wenn Sie zum Preis noch das Ticket von und nach Belgrad hinzurechnen, ca. 110 Euro, und das zweimal, weil ich zwei Termine hatte, dann kommen Sie auf die Endsumme. Sie lag weit unter den 1.400 Euro, die ich hier bezahlt hätte.“, erklärt uns der Student. Er fügt hinzu, dass man die Kosten nicht einmal dann vergleichen kann, wenn man die Reisekosten nach Belgrad hinzurechnet. Und dorthin muss er noch einmal zurückkehren, um die ganze Prozedur abzuschließen (den Einsatz eines Implantats).

Norwegische Patienten

Aufgrund der großen Nachfrage arbeiten immer mehr Zahnarztordinationen länger und machen auch während des Sommers und an Feiertagen Überstunden. Die meisten Ordinationen haben mehrsprachige Websites und einige bieten ihren Patienten auch kleine touristische Präsentationen.

So sagen die Mitarbeiter der Ordination „Nordent“ in Subotica, dass zu ihnen vor allem norwegische Patienten kommen. „Wir haben eine gute Zusammenarbeit mit diesem Land. Wir buchen die Flugtickets für die Klienten, reservieren ihnen Hotelzimmer und organisieren den Transfer vom Flughafen zum Zielort. Unsere Patienten sagen, dass es sich für sie trotz all der zusätzlichen Kosten auszahlt, zur Behandlung nach Serbien zu kommen“, betont Sandra Jakovčević, Angestellte der Ordination. Sie hat den lokalen Medien verraten, dass sie im Juli dieses Jahres 40 ausländische Patienten hatten.

Nach Angaben der Zahnärzte kommen vor allem Slowenen, Norweger, Amerikaner, Australier und Italiener. Der Dentaltourismus wird neben Subotica auch in Belgrad, Požarevac und Niš immer beliebter.

KOSMO-Redaktion

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