BALKAN 25.11.2013

Debatte um Sexualmoral in Kroatien

© Youtube
Die Aussagen eines kroatischen Priesters über Sexualität und Verhütung sorgen für Kontroversen.


„Noch immer habe ich keinen Burschen getroffen, der glücklich beim Masturbieren ist. Eher weckt das tiefe emotionale Probleme." Nur eine der Aussagen, die der Studentenseelsorger an der Universität Zagreb zu Protokoll gab. Das Video dazu, dass in zwei Tagen über 10.000 Mal auf Youtube angeklickt wurde, entstand während einer heftig geführten Debatte um den Sexualkundeunterricht in Kroatien.

Während seiner vierminütigen “Beichte“ erzählt Don Damir Stojić, dass Homosexualität monströs sei, bezeichnet transidente Menschen als "Es" und meint, dass die sexuelle Revolution mehr Opfer gefordert habe als alle totalitären Regime des 20. Jahrhunderts zusammen. Kondome seien überflüssig, denn wichtiger wäre es das zügellose Verhalten mittels moralischer Besonnenheit zu bändigen. Als positives Beispiel führt er Uganda an. Dort soll die Veränderung der Mentalität weniger HIV-Infizierte zu Tage gebracht haben, als noch vor ein paar Jahren.

Richtig ist, dass in den 1990er Jahren rund 18 % der ugandischen Bevölkerung mit dem tödlichen Virus infiziert war. Durch kostenintensive Aufklärungsprogramme der Regierung und internationaler Organisationen konnte die Zahl auf 5% im Jahr 2000 gesenkt werden. Laut der staatlichen Uganda Aids Commission liegt der Anteil der HIV-Positiven wieder bei 7,3%. 1,4 Millionen Menschen in Uganda tragen das HI-Virus in sich- das sind 200.000 mehr als zur Jahrtausendwende.

KOSMO-Redaktion

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