KOMMENTAR 18.02.2014

Business as usual

© zVg.
Dass Fußball heutzutage ein schnelllebiges Geschäft ist, bestätigte sich wieder einmal am vergangenen Wochenende: Austria-Trainer Nenad Bjelica muss nach nur 244 Tagen die Trainerbank verlassen, während sich in Deutschland der Hamburger SV schon nach 143 Tagen von seinem Trainer Bert van Marwijk trennt.


So überraschen Entlassungen von Trainern in den europäischen Ligen keinen mehr: weder die Experten, noch die Medien oder die Fans. Obwohl Bjelica im vergangenen Herbst die Austria überraschend in die Champions League brachte und immer wieder als „Held des Erfolges“ kommuniziert wurde, blieben die Violetten in der Liga sowie im Cup weit hinter ihren eigentlichen Ambitionen. Dass ihm auf der europäischen Bühne eine unglaubliche Sensation gelungen ist, hilft dem Kroaten jetzt nur noch wenig. Alte Erfolge sind eben „Schnee von gestern“.
 
Wie kaltblütig im Fußballgeschäft Entscheidungen getroffen werden, bekam Bjelica weder als erster noch als letzter Trainer zu spüren. Das momentane Resultat entscheidet oft über den Verbleib oder wie – in seinem Fall – die Entlassung eines Trainers. Signifikant auch, dass seine Entlassung zugleich der vierte Trainerwechsel für die Wiener Austria in den letzten zwei Jahren ist.
 
Ob so häufige Trainerwechsel für den Mannschaftsgeist und damit auch für die zukünftigen Resultate eines Klubs produktiv sind, ist eher zu bezweifeln. Heute gibt es im europäischen Fußball fast keine Beispiele von langen Ehen von Klubs und Trainern. Sir Alex Ferguson, der 27 Jahre Trainer von Manchester United war, bleibt wohl eine Ausnahme, die es so bald nicht wieder geben wird. Trainer wandern in nur wenigen Jahren von Mannschaft zu Mannschaft und fangen immer wieder von Null an. Und Klubs geben Trainern meistens nur wenige Wochen, um die gewünschten Ziele zu erfüllen. Zeit ist eben Geld. Auch im Fußball.
 
Petar Rosandić / KOSMO

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