COMMUNITY 10.11.2014

Zwischen Burek und Cremeschnitten

© Julia Leibetseder
Die kroatische Bäckerei und Konditorei Agramer Art entwickelt sich zum Hit in Graz. Im Angebot: kroatisch sprechende Bedienung und traditioneller Geschmack.


Von kroatische Spezialitäten und Mehlspeisen über das typische Weißbrot bis hin zu Pizzastücken und Eiscreme - Bekim Shatris Bäckerei und Konditorei der Agramer Art ist bereits seit Monaten ein beliebtes Lokal in der Grazer Annenstraße. Und während die meisten Geschäft und Gastrobetriebe im Annenviertel eher ihre Türen schließen, hat Shatri sogar expandiert und einen zweiten Standort in der Hackhergasse eröffnet. Burek und Cremeschnitten scheinen den Grazerinnen und Grazern zu schmecken.

Von Zagreb nach Graz

Im Februar dieses Jahres wagte der sympathische Kroate mit albanischen Wurzeln einen großen Schritt: den Umzug seiner Bäckerei von Zagreb nach Graz. Die steirische Landeshauptstadt, für ihn eine Stadt mit Seele, lernte er als Tourist kennen und verbrachte in den vergangenen zwei Jahren nahezu jedes Wochenende mit seiner Frau und seinen fünf Kindern hier. „Durch den Beitritt Kroatiens zur Europäischen Union war dann klar, wir ziehen hierher“, erinnert sich der Bäcker zurück.

Sein Lebensweg war, wie der vieler Menschen aus dem ehemaligen Jugoslawien, ein steiniger. Ursprünglich in Albanien geboren wuchs er jedoch von Kindestagen an in Vukovar auf. „Als die Bomben flogen, verloren wir alles“, erzählt Shatri, aber auch von seinem Neuanfang 1991, als die Familie nach Zagreb floh und seine Eltern dort ihr eigenes heiles „Paradies“ in Form einer Bäckerei gründeten. Das Bäckerei und Konditorei Gewerbe war für den gelernten Pädagogen somit kein Neues. Aufgewachsen mit dem Bäckerhandwerk sattelte er von der Pädagogik auf die Bäckerei um und erbte die Backstube seiner Eltern.

„Ohne Vegeta geht nichts“


Neben Torten, Semmeln und sonstigem Gebäck empfiehlt Shatri vor allem seinen Burek. Das allerorts am Balkan geliebte Blätterteiggebäck sei das Beste in ganz Graz. Zehn verschiedene Sorten führt er davon in seinen Lokalen, aber die Köstlichste ist noch immer jene mit Rindfleischfüllung. Das Geheimnis des Geschmackes? „Vegeta. Viel, viel Vegeta“ verrät der Bäcker seinen schmackhaften Trick.

Shatri möchte traditionellen Geschmack mit neuen Trends verbinden. So findet man im Sortiment nicht nur Krompiruša sondern auch Coffee To Go. Verweilen sieht man in den großen Räumlichkeiten der Filialen eher selten jemanden, doch das Geschäft lebt von der Laufkundschaft und die freut sich vor allem nicht nur auf traditionellen Geschmack sondern auch darauf immer auf Bosnisch, Kroatisch oder Serbisch bedient zu werden.  Und auch wenn die Auslage mit „Verängerten“ und „Late Machiato“ wirbt, so wirken die kleinen Mängel eher charmant und geben dem gemütlichen Ambiente und den leckeren Spezialitäten noch einen authentischen Touch.

Anna-Magdalena Druško / KOSMO

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