POLITIK 20.04.2015

Bürgermeister von Srebrenica lobt Dodik

In einem Interview mit der Deutschen Welle gab der Bürgermeister von Srebrenica Einblicke in sein Treffen mit Milorad Dodik, dem Präsidenten der Republika Srpska.


Der erste Besuch von Milorad Dodik in Srebrenica und der Gedenkstätte für die Opfer des Srebrenica-Massakers in Potočari sorgte für einiges Aufsehen (siehe KOSMO-Bericht). Nun gab Ćamil Duraković, der Bürgermeister von Srebrenica, Details über seine Gespräche mit dem Präsidenten der Republika Srpska bekannt. In einem Interview mit der Deutschen Welle fand Duraković sehr positive Worte über Dodik.

Von dem Besuch Dodiks in der Gedenkstätte in Potočari war der Bürgermeister selbst überrascht gewesen. Das sei ursprünglich gar nicht geplant und auch nicht im Protokoll vorgesehen gewesen, wie er sagte. Er bezeichnete die dortige Kranzniederlegung an der Gedenkstätte für die Srebrenica-Opfer als „großen und mutigen Schritt“.

„Habe primitive Beschimpfungen bekommen“

Für das Treffen mit dem umstrittenen Präsidenten der Republika Srpska, der die Verbrechen von Srebrenica jahrelang geleugnet hatte, bekam Duraković allerdings auch Kritik, wie er im Interview erklärte. „Ich bekommen jede Menge unsinniger Nachrichten und werde von manchen verbal bespuckt, weil ich ihn empfangen habe“, erklärt der Duraković, der dieses Verhalten als „primitiv“ bezeichnete.

Bei dem gemeinsamen Treffen mit drei Ministern der Republika Srpska habe man über Themen wie Sicherheit, Landwirtschaft, wirtschaftliche Entwicklung und die Probleme der Bürger gesprochen. Die Gespräche seien in einem sehr respektvollen Ton verlaufen, wie Duraković betonte.

KOSO-Redaktion

Bosnien: Erstmals Srebrenica-Gedenken in Republika Srpska


Dodik: Srebrenica war „feiger Akt“


Srebrenica: Großbritannien will weltweiten UN-Gedenktag

Aktuelle Ausgabe

Aktuelle Ausgabe als PDF zum Nachlesen

COVER STORY:
Österreichs Beschützer
INTERVIEW:
Rap-Legende Juice
REPORTAGE:
Teure Geburstage

Zusendung

Lassen Sie sich KOSMO bequem nach Hause zusenden! Versandkostenbeitrag nur 11,- EUR (10 Ausgaben).
Zum Bestellformular

Facebook