10.02.2014

Bosnien: Rücktritte und mögliche Neuwahlen nach Protesten

© zVg.
Nach den Protesten in Bosnien-Herzegowina, die vergangene Woche in gewalttätige Krawalle ausgeartet waren, traten mehrere Regierungsmitglieder zurück. Neuwahlen könnten die Folge sein.


Die Proteste, die am vergangenen Mittwoch von den Arbeitern mehrerer pleitegegangener Industrieunternehmen in Tuzla ausgegangen waren (siehe KOSMO-Bericht), hatten am Freitag einen gewalttätigen Höhepunkt erlebt. In Sarajevo und Tuzla waren Regierungsgebäude angezündet und zahlreiche Menschen verletzt worden. Die Proteste richteten sich gegen die sozialen und wirtschaftlichen Missstände so wie die politische Korruption im Land.

Nach der Eskalation der Proteste hatten zuerst der Chef der Regionalregierung in Sarajevo Suad Zeljkovic und die Regierungschefs der Kantone Tuzla und Zenica Sead Čausević und Munib Husejnagić ihren Rücktritt erklärt. Am Sonntag waren auch der bosnische Polizeichef Himzo Selimović und Hamdija Lipovač, der Regierungschef des Kantons Bihać, zurückgetreten.

Vertreter zweier Parteien der Regierungskoalition sprachen sich für vorgezogene Neuwahlen aus. „Die Gewalt muss gestoppt, die Sicherheit der Bürger wiederhergestellt und rasch eine Neuwahl organisiert werden“, hieß es am Sontag aus der Sozialdemokratischen Partei (SDP).

Auch der bosniakische Vertreter des dreiköpfigen Staatspräsidiums und Chef der SDA-Partei, Bakir Izetbegović befürwortet die rasche Durchführung von Neuwahlen.  Die Proteste gingen unterdessen am Sonntag ohne Zwischenfällte weiter.

KOSMO-Redaktion

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