MITEINANDER 11.03.2015

Bosnien: Muslime bestatten serbisch-orthodoxen Nachbarn

© zVg.
Im Ort Raštelica südlich von Sarajevo haben muslimische Bosniaken ein Begräbnis ihres serbisch-orthodoxen Mitbürgers organisiert. Der Verstorbene lebte alleine.


Auch zwanzig Jahre nach dem Ende des Bosnienkriegs sind ethnische Spannungen in Bosnien-Herzegowina sichtbar. Abseits der nationalistischen Politik zeigen Bosnier und Herzegowiner auf der zwischenmenschlichen Ebene, dass das Miteinander im Land keine Alternative hat. So ist auch das jüngste Beispiel aus dem Ort Raštelica in der Gemeinde Hadžići südlich von Sarajevo. Die dortige muslimische Gemeinde (džemat) organisierte das Begräbnis ihres verstorbenen serbisch-orthodoxen Mitbürgers. Der 69-jährige Milan Lalušić lebte in Raštelica alleine und hatte keine Familienmitglieder. Der lokale Imam Muamer Mrkonja bereitete das gesamte Begräbnis vor und nahm auch Kontakte zu serbisch-orthodoxen Priestern, die die Begräbniszeremonie führten. „Dieser gute Mann hat das verdient“, wird der Imam Mrkonja von bosnischen Medien zitiert.

Hilfe beim Moscheebau

Der verstorbene Lalušić war ein hochgeschätzter Bürger von Raštelica. Er half sogar seinen muslimischen Bürgern mit finanziellen Spenden, die lokale Moschee zu bauen. Bosnien-Herzegowina war ein Land, in dem man die gute Nachbarschaft besonders geschätzt hat. Solche Beispiele geben Hoffnung auf ein friedliches Miteinander und Respekt in diesem vom Krieg und ethnischen Konflikten zerrüttelten Land.

KOSMO-Redaktion

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