POLITIK 13.10.2014

Bosnien-Herzegowina: Sieg der Nationalisten

© zVg.
Geringe Wahlbeteiligung, Siege der Nationalisten und Widersprüche bei den Hochrechnungen in der Republika Srpska kennzeichneten den gestrigen Wahlsonntag in Bosnien-Herzegowina.


Die Wahlbeteiligung bei den gestrigen landesweiten Wahlen in Bosnien-Herzegowina war geringer als bei den vorherigen Wahlen. Nach Angaben der staatlichen Wahlkommission hatten nur 50,1 Prozent der 3,2 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Die Ergebnisse der ersten Hochrechnungen wurden im Laufe des gestrigen Abends veröffentlicht.

Bei der Wahl der Volksgruppenvertreter im bosnischen Staatspräsidium konnten sich demnach Bakir Izetbegović als Vertreter der Bosniaken und Dragan Čović als Vertreter der kroatischen Volksgruppe durchsetzen. Ob es die Serbin Željka Cvijanović als erste Frau in das dreiköpfige Staatspräsidium geschafft hat, ist noch unklar.

Widersprüchliche Angaben in Republika Srpska

Unklar ist auch der Wahlausgang im Landesteil Republika Srpska. Dort wurden im Laufe der Auszählung unterschiedliche Hochrechnungen im Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem amtierenden Präsidenten Milorad Dodik und dem Herausforderer Ognjen Tadić veröffentlicht. So hieß es im Laufe der Nacht von Seiten der SNSD, dass deren Kandidat Dodik nach 53 Prozent der ausgezählten Stimmen mit 52 Prozent vor Tadić liege, der 48 Prozent erreicht habe. Zuvor sprach die SDS nach 36,7 Prozent der gezählten Stimmzettel von einem Vorsprung von Tadić mit 129.870 Stimmen gegenüber Dodik mit 121.375 Stimmen. Auf ein eindeutiges Ergebnis wird noch gewartet.

Internationale Medien und Beobachter sprechen insgesamt von einem Sieg der Nationalisten der drei Volksgruppen und schreiben den neu gewählten politischen Vertretern wenig Potenzial für substanzielle Verbesserungen zu.

KOSMO-Redaktion

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