POLIZEIAKTION 07.05.2015

Bosnien: 30 Personen wegen Terrorverdacht verhaftet

© zVg.
In der gestrigen Polizeiaktion verhaftete die Polizei des bosnisch-herzegowinischen Landesteils Republika Srpska 30 Personen, die unter Terrorismusverdacht stehen. Bosniaken sprechen von Einschüchterung und Vertrauensverlust.


Die Polizei der Entität Republika Srpska in Bosnien-Herzegowina hat gestern eine umfangreiche Aktion unter dem Codenamen "Ruben" an 32 Standorten durchgeführt. Währenddessen wurden 30 Personen verhaftet, 11 von ihnen werden der Sonderstaatsanwaltschaft der Republika Srpska übergeben. Dies teilte heute der Innenminister der Entität Dragan Lukač in Banja Luka mit. Angeordnet wurden die Durchsuchungen laut Lukač aufgrund gesammelter Informationen über bewaffnete Personen, radikale Bewegungen, sowie über Syrien-Rückkehrer und Foreign-Fighters-Rekrutierer. "Es gibt keinen Grund, dass die Bürger eingeschüchtert sind", sagte der Minister.

Kein Vertrauen in die RS-Polizei

Die Reaktionen bosniakischer Politiker auf die Polizeiaktion sind durchwegs kritisch. Der Vizepräsident der Republika Srpska Ramiz Salkić sagte in einer ersten Stellungnahme, dass die Durchsuchungsaktionen "Angst und Skepsis" unter Bosniaken verbreiten. "Bosniaken haben kein Vertrauen in die Polizei der Republika Srpska", so Salkić. Die größte bosniakische Partei SDA forderte vom bosnischen Ministerrat, Bosniaken in der Republika Srpska zu schützen.

Srebrenica: Atmosphäre "grausam"

Auch der Bürgermeister von Srebrenica Ćamil Duraković, der nur wenige Wochen davor Lobworte für den Entitätspräsidenten Milorad Dodik fand, spricht nach zwei Verhaftungen in dieser Stadt von einer der "schwersten Perioden in Srebrenica" seit dem Krieg. "Die Atmosphäre ist grausam, und die Leute verärgert und verängstigt. Die Personen, die verhaftet wurden, kenne ich persönlich und weiß, dass sie mit Terrorismus nichts am Hut haben", wird Duraković von bosnischen Medien zitiert.

Der Präsident der Republika Srpska Milorad Dodik wies die Anschuldigungen der bosniakischen Vertreter zurück. "Alle Bosniaken können in Frieden in der Republika Srpska leben", so Dodik.

KOSMO-Redaktion

Aktuelle Ausgabe

Aktuelle Ausgabe als PDF zum Nachlesen

COVER STORY:
Österreichs Beschützer
INTERVIEW:
Rap-Legende Juice
REPORTAGE:
Teure Geburstage

Zusendung

Lassen Sie sich KOSMO bequem nach Hause zusenden! Versandkostenbeitrag nur 11,- EUR (10 Ausgaben).
Zum Bestellformular

Facebook