COMMUNITY 03.02.2014

Balkanküche vom Feinsten

© KOSMO / Radule Božinović
KOSMO traf Enis Klimenta, den Besitzer des beliebten bosnisch-herzegowinschen Restaurants Saloon, um mit ihm über sein Leben und seine erfolgreiche Karriere zu sprechen.


Obwohl wir in Wien von Straußenei bis zu Heuschreckenragout  alles bekommen können, wünschen wir uns oft Speisen, deren Geschmack und Aroma wir mit unseren Kindheits- und Jugenderinnerungen verbinden. Und die finden wir im Restaurant Saloon.

In der Ottakringer Straße 48 bietet das Restaurant Saloon hochwertige Speisen, mit einem freundlichen Service in einer angenehmen Atmosphäre. Und vor allem: Echte Küche vom Balkan. Chef des gut eingespielten Teams aus elf Angestellten ist Enis Klimenta (38), der vor 20 Jahren aus Tutin im Sandžak nach Wien kam.

Erste Schritte in Wien

 „Ich war jung, ich hatte gerade erst mein Diplom auf der Fachschule für Fleischhauer, Köche und Gastronomie gemacht. Ich suchte nach Weite ohne Hindernisse für meine geschäftlichen und privaten Träume“, erzählt Enis. In Wien lebte sein älterer Bruder Edin, Arzt von Beruf, der ihm die ersten Schritte in der neuen Stadt erleichterte. Den ersten Arbeitsplatz fand er in einer großen Firma als Fleischhauer und erweiterte seine Kenntnisse. Nach sechs Jahren in dem Großbetrieb zog es ihn weiter. Die folgenden drei Jahre war es selbst Inhaber einer Fleischerei, die sich unter ihren Kunden schnell den Ruf hoher Qualität erwarb. Wie er betont, liebte er diese Arbeit mit den Kunden und bot nur an, was er auch der eigenen Familie vorgesetzt hätte. Aber dann beschloss er noch einmal, sich zu verändern.

 „Im Vergleich zu allem, was ich bis dahin gemacht hatte, war das eine große Veränderung, als ich mich entschieden habe, ein Restaurant zu eröffnen. Es war der logische nächste Schritt für mich.“, erinnert sich Enis Klimenta an das Jahr 2004, als das Restaurant Saloon eröffnet wurde. „Von Anfang an wusste ich, dass ich keine halben Sachen wollte. Zusätzliche Sicherheit gab mir mein Bruder Dino, ein gelernter Koch und Fleischhauer, der sich mit mir an die Arbeit machte.“

Essen auf höchstem Niveau

Vom ersten Tag an wurde das Restaurant zum Treffpunkt von Menschen aus dem ehemaligen Jugoslawien, die gutes hausgemachtes Essen in angenehmem Ambiente zu günstigen Preisen genießen wollten. Für die Küche war Dino zuständig, Enis kümmerte sich um alles andere.

Die Qualität des Restaurants Saloon sprach sich auch unter den Österreichern herum und bald wurden auch die Gäste aus den umliegenden Hotels zu Stammgästen. Neben Balkanspezialitäten erhalten sie dort auch Typisches aus der österreichischen und der internationalen Küche.

 „Die Ausländer lieben unsere Speisen und wir bekommen wirklich viele Komplimente für unser Essen. Aber sie bekommen bei uns auch perfekte Rindersteaks, für die wir in der Stadt bekannt sind, Fisch und viele andere Spezialitäten. Zu all dem servieren wir Spitzenweine aus allen Teilen unserer Region, aus Österreich, Spanien und Italien. Unsere Kellner sind alle mehrsprachig und wir empfehlen den Gästen zu ihrem bestellten Essen gerne passende Weine. Unsere Freundlichkeit ist auf höchstem Niveau“, spart der Chef nicht mit Lob für sein Personal.

Gastronom und Familienmensch

Die Qualität der Lebensmittel, ihre Herkunft und die Art der Produktion, sind Themen von globaler Bedeutung. Für Enis Klimenta besteht hier kein Zweifel: Er bietet seinen Gästen nur das Beste. "Schon seit Jahren bekommt unser Restaurant zweimal wöchentlich frisches Fleisch von einem lokalen Viehzüchter aus der Steiermark. Mit tut es nicht leid, die Zutaten teuer zu bezahlen, denn ich möchte zufriedene Gäste haben“, unterstreicht der Inhaber des Restaurants Saloon.

Der geschäftliche Erfolg eines Menschen hängt in hohem Maße auch von seinem Privatleben ab, also von seiner Familie. „Meine Frau und ich haben fünf Kinder im Alter zwischen zwei und fünfzehn Jahren. Ich bemühe mich, täglich zumindest ein wenig Zeit für sie zu reservieren“, sagt Enis. In dem Umfeld der Ottakriger Straße fühlen sich der Gastronom und seine Familie sehr heimisch.

„In meinem Restaurant werden Weihnachtsfeiern, Taufen, Geburtstage, Bairamfeiern und viele andere Zusammenkünfte organisiert. Vielleicht könnte ich in irgendeiner anderen Lage noch mehr Erfolg mit diesem Geschäft haben. Aber ich mag dieses Milieu hier, denn hier bin ich unter meinen Landsleuten und Freunden. Viele nennen unsere Straße „Balkanstraße“, und darin sehe ich nichts Schlechtes, ganz im Gegenteil. Wir Balkaner sind offen und herzlich, und diese Charakterzüge bilden den Puls der Ottakringer Straße", sagt Enis Klimenta.

Vera Marjanović / KOSMO

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