SPORT 28.05.2015

BC Zepter auf dem Weg zum Kultstatus

© KOSMO / Radule Božinović
Stjepan Stazić ist nicht nur Kapitän des Wiener Basketball-Teams BC Zepter Vienna, sondern auch Philosoph und Sportmanager. Wir trafen ihn zwischen zwei Spielen in seinem Lieblingslokal „Cafe Blueberry“, dem Sponsor der Mannschaft.

Am 25. Mai 2015 begann die „best-of-five“-Finalserie der österreichischen Basketball Bundesliga zwischen BC Zepter Vienna und den Güssing Knights. Im ausverkauften Admiral Dome vor rund 1.600 Zuschauern konnte die Mannschaft aus dem Burgenland einen Auswärtssieg von 79:92 einfahren. Heute um 19.30 Uhr findet im Admiral Dome das zweite Spiel zwischen Basketball Club Vienna und UBC Güssing Knights statt. Wir sprachen mit Stjepan Stazić vor dem Spiel über seine Erwartungen in den Playoffs und über zukünftige Mannschaftspläne.

KOSMO: Der Weg zum zweiten Titel der letzten drei Jahre begann mit einer Heimniederlage gegen Titelverteidiger und Cupsieger, Güssing Knights. Vor Ihnen steht eine große Aufgabe, wenn man in Betracht nimmt, dass der Gegner in den Playoffs noch ungeschlagen ist?

Stjepan Stazić: Das stimmt. Das ist eine sehr gute Mannschaft, mit einem sehr guten Trainer und einer tollen Mischung aus nationalen und ausländischen Spielern, die schon seit längerer Zeit eingespielt sind und diese Saison die Früchte ihrer Arbeit ernten.

Sie spielten ja bei Benneton Bologna, eines der damaligen besten europäischen Teams und hatten die Gelegenheit mit Želimir Obradović, den besten europäischen Coach aller Zeiten zusammenzuarbeiten. Inwiefern hilft Ihnen diese Erfahrung?


Das hatte den größten Einfluss auf meine Karriere. Ich hatte die Gelegenheit vom Großmeister des Basketballs zu lernen. Seine Ratschläge, sein Auge fürs Detail, sowie sein Charakter und seine, wenn auch manchmal strenge, aber  gleichzeitig coole sportliche Vorgehensweise, blieben mir besonders im Gedächtnis.

Nach Ihrer Verletzung sagten Sie, dass Sie Basketball aus purer Leidenschaft spielen. Was motivierte Sie zurück nach Wien zu kommen, um bei BC Zepter zu spielen?

Basketball faszinierte mich schon immer. Wie alle Jungs will man sich sportlich beweisen, um die Aufmerksamkeit der Mädels zu gewinnen (lacht). Diese Leidenschaft wurde zum Beruf. Jeden Tag wenn ich trainiere oder spiele, sehe ich dies als ein Geschenk. Trotz allem kann ich noch immer mit meinen 37 Jahren, auf dem höchsten Niveau in Österreich spielen. Deshalb ist meine Motivation nicht finanzieller Natur, sondern etwas an das ich glaube.

Obwohl BC Zepter 2013 Meister wurde, der erste Meistertitel eines Wiener Vereins nach 21 Jahren, scheint Basketball in Wien nicht so populär zu sein?

Das würde ich nicht sagen. Es wird einfach zu wenig Werbung gemacht. Neben Berlin, hat Wien die meisten Streetballplätze in Europa. Die deutsche Bundesliga und die NBA werden ebenfalls verfolgt. Das Problem liegt in der Beliebtheit der anderen Sportarten und Kultur. Die Konkurrenten mit der reichsten Tradition in Wien sind Rapid und die Austria, Eishockey genießt große Beliebtheit, diverse kulturelle Zeitvertreibe, wie die Wiener Oper, Konzerte lenken oft vom Basketball ab. Erfolg jeglicher Art genießen zu können, nimmt viel Zeit in Anspruch. Doch das ausverkaufte Finale spricht Bände für die Beliebtheit des Basketballs.

Haben Sie in Zukunft vor die Jugend mehr ins Team einzugliedern um auch auf internationalem Niveau Erfolge zu feiern?

Ja! Es war jedoch nötig das Seniorenteam zu formieren um bei den jungen Spielern die Motivation zu wecken.

Es war die Rede davon, dass BC Zepter in der ABA League teilnimmt?   

In dieser Liga herrscht Chaos, ohne Regeln wie man in ihr auflaufen sollte. Von uns wurden 700.000 Euro für die bloße Teilnahme verlangt. Dafür könnten wir in der Eurochallenge spielen. Wir können einfach nicht wissen was uns diese Liga bringt.

Zukunftspläne?

Unser Ziel war es einen Verein im österreichischen Basketball zu haben, der eine wichtige Rolle spielen sollte. Das haben wir erreicht und wollen auch in Zukunft um Titel kämpfen. Wir möchten eine größere Fankultur bilden und den Verein auf Kultstatus heben.

Philosophie oder Basketball?

Alles im Leben ist eine Art Philosophie und alles dreht sich um einen Ball (Lächeln).

Und zum Schluss?

Ich möchte betonen, dass 17 Spiele dieser Saison auf SKY übertragen wurden. Der Werbewert unserer Sponsoren wie Cafe Blueberry, GSS media, Wien Energie, Wien Holding, wurde von der Agentur United Synergies auf ca. 4 Mio. Euro geschätzt. 

Interview: Dusan Obradović / KOSMO

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