PANORAMA 23.06.2015

Afro-Kroate Sow: „Unter Tito lebten wir besser!“

© Privates Album
Mohamed-Kaba Sow, bekannt geworden als erster Afrikaner mit kroatischem Pass, sorgt mit einem Interview für das Portal Index.hr für Aufsehen.

Im Interview kritisert Sow, der sich selbst seit den Siebzigern als Kroate bezeichnet, die Entwicklungen in seiner Wahlheimat. „Als ich in den Siebzigern aus Guinea zum Studieren nach Zagreb kam und von Josip Broz Tito höchstpersönlich eine Staatsbürgerschaft bekommen habe, schrieb ich stolz in alle meine Dokumente: Kroate. Heute bin ich eher enttäuscht darüber, wie man mit Tito in Kroatien umgeht“, sagte Sow zu Index.hr.

Er kritisierte im Interview vor allem die Entscheidung der kroatischen Staatspräsidentin Kolinda Grabar Kitarović, die vor kurzem die Büste des einstigen jugoslawischen Staatsoberhaupts Josip Broz Tito aus ihrem Büro entfernen ließ. „Kolinda sollte sich vor Tito verneigen. Zu Zeiten Titos lebten wir Kroaten viel besser“, so der Wahlkroate. "Sollte jemand versuchen Titos Platz in der Geschichte in Frage zu stellen, indem er ihn von irgendwo in Kroatien entfernt, werde ich vor den Internationalen Gerichtshof ziehen", so der Wahl-Kroate.

Begegnug mit Tito veränderte sein Leben


Mohamed Kaba-Sow lernte Tito erstmals 1961 kennen, als dieser zu einem Staatsbesuch nach Guinea angereist war. „Da habe ich ihn getroffen und als ich einige Jahre danach in Zagreb studierte, führte ich eine Delegation ausländischer Studenten an, die ihn begrüßen kam“, erinnert sich Sow.

Als er Tito fragte was er davon halte, „dass er sich zum kroatischen Volk zugehörig fühlt“, soll Tito laut Sow folgendes gesagt haben: „Das ist hervorragend, weiter so“.

KOSMO-Redaktion

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