INTEGRATION 15.05.2014

50 Jahre Gastarbeiterabkommen

© zVg.
Vor genau 50 jahren wurde das erste Abkommen zwischen der Republik Österreich und der Türkei über die Anwerbung der sogenannten „Gastarbeiter“ abgeschlossen.


In Österreich feiert man heute den fünfzigsten Jahrestag des Anwerbeabkommens zwischen Österreich und der Türkei. Heute vor 50 Jahren unterzeichnen Vertreter der beiden Länder das Abkommen über die Anwerbung und Beschäftigung türkischer Arbeitskräfte, die dringend in Österreich gebraucht wurden. Zwei Jahre später folgte ein Abkommen mit dem damaligen Jugoslawien.

Das österreichische Außenministerium veranstalten zwei Symposien im Zeichen der Arbeitsmigration. Hochkarätige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und Praxisorientierte diskutieren in einer ersten Runde in Ankara über das Thema. Das zweite Symposium wird am 16. Juni im Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres in Wien stattfinden.

370.000 Zuwanderer aus Ex-Jugoslawien


Am 15. Mai 1964 nahm das erste österreichische Anwerbebüro für Gastarbeiter in Istanbul seine Arbeit auf. 1966 folgte das Gastarbeiterabkommen mit dem damaligen Jugoslawien. Die Behandlung der Gastarbeiter durch ihre Arbeitgeber in diesen ersten Jahren wird immer wieder kritisiert. Viele von ihnen wurden in überfüllten und schlecht ausgestatteten Unterbringungen einquartiert; auf das Lernen der deutschen Sprache und die Integration in die österreichische Gesellschaft wurde in den ersten Jahren kaum Wert gelegt.

„Österreich hat es lange Zeit verabsäumt ausreichend Integrationsprogramme anzubieten, weshalb wir heute, 50 Jahre später, noch immer vor großen Herausforderungen stehen. Dies trifft vor allem für den Bereich Sprache zu. Wir intensivieren daher laufend unsere Förderungen im Sprachbereich und sind froh, dass das Projekt der sprachlichen Frühförderung verlängert wird“, sagte Integrationsminister Sebastian Kurz angesichts des heutigen Jahrestags.

Mittlerweile leben in Österreich 370.000 Menschen mit Wurzeln in der Region des ehemaligen Jugoslawien und 160.000 ehemalige türkische Gastarbeiter und deren Nachkommen. Experten sind sich einig, dass die österreichische Wirtschaft ohne den Einsatz dieser ausländischen Arbeitskräfte nicht so stark gewachsen wäre, wie es in den folgenden Jahren der Fall war.


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